Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

7 
 Januar 
 
2008

abgelegt in
Freudenzauber | Vertonungen

 

Der einaktige Monolog „Freudenzauber“ stammt ursprünglich aus dem Jahre 1999 im Rahmen eines Schulfestes der Fachschule für Heilpädagogik auf dem Schwarzacher Hof.

Das Stück erfolgt in Anlehnung an den „Regenbogenfisch“ von Marcus Pfister (Nord-Süd-Verlag).

 



 

In Poseidons Friedensreich
herrscht des Paradieses selige Eintracht,
ein jeder teilet herzlich Freud’ und trägt des andern Leid.

Nur ein bunt schimmernder Fisch,
dem alle Schönheit eigen,
trübt der Freude Wonnemeer mit allzu geiziger Natur.

Prunkvoll schwimmet er mit stolz geschwellter Brust
und eitlem Flossenschlag daher.

Von anderen Fischen umscharend beneidet,
erbeten sich diese eine bunte Schuppe von ihm,
dass ihnen gleichfalls Farbenzauber eigen.

Doch jener wehrt von Eitelkeit beseelt
der schlichten Bitte.

Die Masse schmäht dem bunten Sonderling,
entsagt der Freundschaft festgeknüpftes Band
und schlägt sich in des Meeres Tiefe.
Einsam fristet nun der bunte Fisch sein Dasein.

Doch zu Hilfe eilt dem Schönling
nun der weisen Krake Rat,
dass nur im Beugen seines starren Sinnes,
nur im Verschenken seiner bunten Schuppen
die Gunst der Meeresfische ihm sich gleichfalls neiget.
Der bunte Fisch befolgt den Rat.

Und siehe,
der Fische sonder Zahl, sie kehret wieder
und lohnt den Edelsinn mit Freundschaft.

 
 

2 Kommentare zu “Beschreibung (Freudenzauber)”

  1. Mabel sagt:

    Es gehört schon Mut dazu, eine derartige Katastrophe zu veröffentlichen. Ich habe ja nichts gegen Lokalkolorit, das jedoch übersteigt alles und klingt, als hätte es „Käse-Rudi“ auf dem Markt vorgelesen. Wenn Du keine Übung hast mit Sprachaufnahmen, dann wende Dich doch eventuell an Leute hier im Forum, die das beherrschen und die sicher gerne hilfreich zur Seite stehen. Hör Dir mal was an von „Stullen-Style & Klimmbooster“. So ähnlich mindestens sollte es klingen vor der Veröffentlichung. Alles kann man nämlich auch nicht ertragen hier. Den Inhalt kann man gleich ganz vergessen. Den erwähne ich erst überhaupt nicht.

    Mabel

     

    Vermutlich bezieht sich die Kritik nicht auf „Freundenzabuer“, sondern auf „Irdisches Verblühen“.

    Hallo Mabel,

    1.) zunächst einmal hatte ich im Vorfeld geklärt, dass es sich um einen „Versuch“ handelt.
    „Alles Schöne muss erst noch werden und von Ewigkeit zu Ewigkeit trägt es die bildende Zeit“ (Schiller).
    Wer nie bereit ist, Wasser zu schlucken, sollte auch nie das Schwimmen erlernen. Jeder fängt mal in der Steinzeit an und arbeitet sich dann gemächlich zum Mittelalter vor.
    Auf welcher literarischen „Evolutionsstufe“ verweilst du?

    2.) dann gehört es zu den mitteleuropäischen Gepflogenheiten (zumindest in unserem Breitengrad) eine Nachricht mit einer auch noch so floskelhaften Anrede zu beginnen, sollte man Kritik üben.
    Entweder du hast derartige Umgangsformen nie erlernt oder du hast sie dir systematisch wieder abtrainiert.

    3.) ist es aufgrund deiner Null-Eigentext-Quote in diesem Forum (abgesehen von deiner einmaligen, unkreativen Urheberrechtsverletzung) immer ein Leichtes über die Dunkelheit zu schelten als selbst ein Lichtlein anzuzünden (trifft übrigens aber für viele in diesem Forum zu) und du machst dich daher unverwundbar.
    Ebenso hast du das Anonymisierungsrepertoire voll ausgeschöpft (abgesehn vom Geschlecht), eine Altersangabe wäre durchaus sinnvoll gewesen und hätte den Deckmantel deines Pseudonyms auch nicht aufgedeckt.
    Generell unterhalte ich mich auch nicht mit Leuten, die in einer Face-to-Face-Kommunikation eine Sonnenbrille tragen.

    4.) „Stullenandy“ ist mir auch in einem anderen Forum durchaus ein Begriff und habe mich hinsichtlich seiner bzw. ihrer sprachlichen Umsetzung oft würdigend und ehrerbietend geäußert. Sie ist entweder ein Naturtalent oder das Produkt harter Arbeit. Letzteres Potential schließt du aber bei anderen aus.

    Der von dir vergleichende Begriff „Stullenandy“ ist auf der anderen Seite aber wiederum keine wirkliche Klassifizierung, ein Aufzeigen der wesentlichen Merkmale dieser prägnanten Stimme fehlt (was sinnvoll gewesen wäre) und du flüchtest dich in nicht-fachliche Termini.
    Der Ratschlag „Dichte so wie Goethe!“ wäre genauso verwässert, möge Goethe auch noch so gut dichten, so arbeitet diese Aufforderung nicht die wesentlichen Merkmale heraus.

    Dasselbe gilt übrigens für den „Käse-Rudi“.
    Persönlich bin ich diesem noch nie begegnet und ist auch sonst nicht zu ergooglen. Soviel zu deinem Thema „Lokalkolorit“ und deinem Regiolekt.
    Da dieses Forum aber von fachlicher Kritik lebt, sollte man sich auch auf wissenschaftlichem Terrain bewegen oder sich zumindest in einer allgemein verständlichen Alltagssprache ausdrücken.
    Es erscheint mir eher wie bemühter aber dennoch gescheiterter Versuch, emotional angefärbte und allzu grob umrissene Gedankenentwürfe in einen Begriff zu kleiden, der -vielleicht aus reinen Profilierungsgründen – lediglich auf Unterhaltungswert beim lesenden Publikum abzielt.
    Mit diesen Pseudo-Fachbegriffen ist aber hinsichtlich des Lernzuwachses aber KEINEM gedient.

    5.) „Den Inhalt kann man gleich ganz vergessen. Den erwähne ich erst überhaupt nicht.“
    Weil du nicht -trotz erhöhter (weiblicher) Einfühlsamkeit- am Text interessiert warst und ihn nicht zu Ende gehört hast, wenn du mal ehrlich bist.
    Hättest du nur auf die letzten Minuten des Vortrages (16:55) deine Aufmerksamkeit verschwendet, hättest du vielleicht nicht nur das fließend elegische Versmaß mit seinem formstrengen Wechsel von Hexameter und Pentameter vernommen, sondern auch eine kleine Exkursion in die griechische Mythologie unternommen.

    6.) „Wenn Du keine Übung hast mit Sprachaufnahmen, dann wende Dich doch eventuell an Leute hier im Forum, die das beherrschen…“

    Oder ich höre Gedichtvertonungen von Gert Westphal.
    Übrigens war Friedrich Schiller nebst seiner dramaturgischen Meisterleistung ein schlechter Vorleser, der damals mit seinem „Fiesco“ die Mannheimer Theatergruppe -gerade auch mit seinem schwäbischen Dialekt („Lokalkolorit“)- zum Lachen brachte.

    Es zählt nicht die lautliche Stimme, sondern die innere Stimme, mit der ich Texte lese.
    Und diese zu verfeinern, ist ein lebenslanger Prozess.

    Mit freundlichem Federschwung
    Silentius

  2. Steffen sagt:

    Hallo Ralph,

    deine Argumente zum Beitrag von Mabel bringen meine Frau zum Weinen. Dies nicht in negativer Hinsicht! Es ist uns ein Genuss, deinen schriftlichen Tönen zu lauschen, die uns verzücken! Weiter so!

    Steffen

    Hallo Steffen,

    vielen Dank, aber mein Kommentar-Text ist so alt, dass ich ihn fast schon vergessen hätte.
    Heute würde ich auf so einen Beitrag wie den von Mabel vermutlich garnicht mehr antworten.

    Mach’s gut,
    Ralph

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