Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

18 
 Mai 
 
2008


 

Von der Blog-Autorin Martina Müller (www.buchstabenwiese-blogautorin.de/) gibt es zum Thema „Märchen“ eine sehr interessante, tiefenpsychologische Betrachtungsweise.
Märchen hätten demnach eine sehr hohe „Symbolkraft“, die es im Text zu ergründen gelte.
Märchen sind also alles andere als wirklichkeitsfern: Die Lesart ist das Entscheidende!

Mit Märchen haben wir uns in dem – von mir bereits erwähnten – VHS-Schreibkurs vor zwei Jahren auch befasst.

Ich muss dazu sagen, dass dieser Schreibkurs ein psychologischer Schreibkurs war. Eine tolle Kombination übrigens. Und Märchen sind hochpsychologisch, wie ich finde. Diese Symbolkraft, unglaublich.

Viele Menschen wissen das gar nicht. Ich hatte mich vorher auch eigentlich kaum mit Märchen beschäftigt. Nun finde ich das faszinierend.

So hat doch die Hochzeit von Prinz und Prinzessin, die häufig am Ende eines Märchens steht, nichts mit der irdischen, realen Hochzeit zwischen Mann und Frau zu tun. Sie symbolisiert vielmehr die Vereinigung der Gegensätze in der Seele. Das Zu-sich-gefunden-haben. Die Ganzheit des Selbst. Das wonach wir eigentlich doch alle streben. Zu wissen wer man ist und sich so anzunehmen. Auch in die Tiefen der Seele geschaut und sie erforscht zu haben.

Bei Frau Holle springt die Goldmarie in den Brunnen. Was nichts anderes bedeutet, als in die unbekannten Tiefen der Seele vorzudringen.

Ein Märchen zeigt den Helden am Anfang meist in einer problematischen Situation und zeigt wie dieser Held zu sich findet, die Probleme beseitigt.
Im Grunde symbolisieren all die Figuren in einem Märchen, die vielen Seiten in uns. Die böse Hexe ist die dunkle Seite in uns, während die weise alte Frau ein Symbol für uraltes Wissen ist, dass jeder in sich trägt.

Aber auch wenn man das alles nicht weiß, die Seele in uns versteht diese Botschaften, die Märchen uns vermitteln wollen. Weil sie so bildhaft, verständlich, einprägend geschrieben werden.

Früher konnte ja auch nicht jeder lesen und schreiben, so mussten diese Märchen so erzählt werden, dass man sie sich einprägen konnte, um das Wissen weiterzugeben.

 
 

1 Kommentar zu “Es wa(h)r einmal vor langer Zeit…”

  1. Mamü sagt:

    Wow. So viel Ehre. Vielen Dank, Ralph.

    Einen lieben Gruß,
    Martina

    Ehre, wem Ehre gebührt 🙂

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