Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

30 
 August 
 
2016

abgelegt in
Gedankenschau

 

Schon seit einiger Zeit habe ich im Back-End meines Blogs sämtliche Plugins (Apps) deaktiviert, die mir Einsicht in den Besucherstrom meiner Internetseite gewährt hatten, z.B. Herkunftsland des Besuchers, Aufruf bestimmter (Goethe-)Seiten, Suchbegriffe, …

So soll es auch bleiben.
Denn mehr und mehr wurde mir dieses nichtssagende, unreflektive “tote Datenmaterial” zu einem leblosen Bitmuster noch lebloseren Zahlenknäuels, durchaus für das Auge [1]magic eye in einer freudigen Balkengrafik anschaulich stilisiert, aber im Grunde doch zum blanken, isolierten Byte erstorben, wie Reihengräber angelegt auf eines stillen Servers Friedhofstätte.

Es fehlten mir die Pointer, die assoziativen Datenfelder zum eigentlichen menschlichen Antlitz, zum Wesen(tlichen).

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Einstimmen darf ich nun in Paul Gerhardts Abendlied und mich aufs eigentliche Schreiben wiederum besinnen:

Nun ruhen alle Wälder [2]Binärbäume für Suchprozesse,
Vieh, Menschen, Städt’ und Felder [3]endlose Datenfelder,
es schläft die ganze Welt [4]geräuschloser Server;

ihr aber, meine Sinnen,
auf, auf, ihr sollt beginnen,
was eurem Schöpfer wohlgefällt [5]eigentlicher Schreibprozess.

Fußnoten[+]

 
 

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