Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

3 
 September 
 
2008

abgelegt in
Gedankenschau | Pantheismus

 

Ich schaue in die Welt

 
Ich schaue in die Welt,
in der die Sonne leuchtet,
in der die Sterne funkeln;
in der die Steine lagern,
die Pflanzen lebend wachsen,
die Tiere fühlend leben,
in der der Mensch beseelt
dem Geiste Wohnung gibt.

Ich schaue in die Seele,
die mir im Innern lebet.
Der Gottesgeist, er webt
im Sonn‘- und Seelenlicht,
im Weltenraum, da draußen,
in Seelentiefen, drinnen.

Zu Dir, o Gottesgeist,
will bittend ich mich wenden,
dass Kraft und Segen mir
zum Lernen und zur Arbeit
in meinem Innern wachse.

 
MORGENSPRUCH AB DER 5. KLASSE
WALDORFSCHULE


 

 
 

3 Kommentare zu “Pantheismus”

  1. Sabine sagt:

    Ja doch, liest sich wirklich schön, dieser Spruch.

    So etwas ähnliches wurde bei meiner Tochter auch jeden Morgen aufgesagt.
    Am Ende der vierten Klasse fand sie es vorpubertätsmäßg so ätzend, dass sie nur noch dem Tag entgegenfieberte, endlich auf die weiterführende Schule wechseln zu können.

    Vielleicht funktioniert das nur auf einer Waldorfschule, wo der ganze Schulalltag auf diese Philosophie ausgerichtet ist.

    Liebe Grüße
    von
    Sabine

    Hallo Sabine,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Ja, ich beschäftige mich schon seit gut 3 Wochen mit der Philosophie der Waldorfschule und kann leider auch noch nichts Konkretes dazu sagen.
    Im Prinzip finde ich die Losung sehr tiefsinnig, vielleicht liegt es aber generell aber auch an meiner sehr offenen Gemütshaltung gegenüber „außerwissenschaftlichen“ Lebenssphären.

    Liebe Grüße,
    Ralph

  2. Bjoern sagt:

    Allerdings hat die Ganzheitlichkeit bei Waldorfschulen auch seine Grenzen. Eine Freundin von mir ist dort Lehrerin – und liegt gerade mit Gallensteinen und Rückfall flach.

    Hmm, das verstehe ich jetzt nicht …

  3. rote Gräfin sagt:

    Ja sehr schön diese Gebet.
    Rudolf Steiner ja auch eine sehr umstrittene Persönlichkeit, soll angegeben haben er sein eine Reinkarnation von Thomas von Aquin.
    Hat er eventuell, hier etwas weitergedacht, was Thomas von Aquin zum Schluss seines Lebens nur noch als leeres Stroh bezeichnete?

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