| 25 August 2025 | |
#weimar #faust #ausstellung
F a u s t. Eine Ausstellung
Selbst erprobte Texte
in der Wörter-Werkstatt 2025
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Wissensqualm (17.08.2025)
zum Short-Video → https://youtube.com/shorts/wSbZQVMndr4
Wunderdinge ihr:
werdet!
Blumenworte
hier
der Seele Fest
lebendig Sinn..
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Dauerstern (17.08.2025)
zum Short-Video → https://youtube.com/shorts/Fu9JqNOB8tk
oh Göttin ewiger Ordnungen
nimm aller Zweifel Nachtesdunkel
dein trauend‘ Licht
allein Gedankenbahn !
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flügeloffen (23.08.2025)
zum Short-Video → https://youtube.com/shorts/EWyUaeJrClU
Gesetzes kalter Faust:
bist ewiglich Papiergespenst
ein böser Engel ja!
des holden Traumes morgenTod!
der Seele frei Gedankenbahn indes
du Mut unsterblich reich
der Himmel Wonnen nah
der Erde dunkel fern!
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Zeitenstrudel (23.08.2025)
zum Short-Video → https://youtube.com/shorts/RQuMpORFqpA
aus der Erden Straßen Ordnung
Wirbeltanz in Leidenstiefen.
| 21 Februar 2025 | |
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene;
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
Das Letzte wär‘ das Höchsterrungene.
Eröffn‘ ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,
Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft.
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht‘ ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß‘ ich jetzt den höchsten Augenblick.
| 15 Juni 2019 | |
Literatur, Vortrag, Gespräch, Theater, Oper, Konzerte
GOETHE UND JOYCE
Ein irisch-deutscher Abend am Vorabend des Bloomsday.An diesem Abend werden Goethe und Joyce zueinander in ein Verhältnis gesetzt. Mal mehr literarisch, mal mehr gedanklich, mal experimentell wird auf die Unterschiede und ihre Gemeinsamkeiten verwiesen. Hierbei soll zugleich das Polaritätsprinzip erlebbar gemacht werden: eben die Unterschiedlichkeit, auf der Grundlage der Gemeinschaft. Hinzu tritt auch die Musik von Bach, den man in gewisser Hinsicht auch als polar zu Joyce auffasssen kann.
Im ersten Teil werden Goethe und Joyce in ihrer völlig unterschiedlichen Sprachanwendung vorgestellt, der eine harmonisch-klassisch, der andere modern, provokativ, experimentell.
Im zweiten Teil werden Texte von Alexander Wiechec vorgetragen, die nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Form einen Bezug zu Joyce haben.
Im dritten Teil wird es experimentell. Es werden kurze Ausschnitte aus Joyce´s Finnegans Wake mit Musik und Geräuschelementen verbunden. Hiermit wird unter anderem auf den Klangcharakter dieses kryptischen Werks aufmerksam gemacht.
BLOOMSDAY – Der 16. Juni wurde in Irland zum Feiertag, weil an diesem Tag das Buch Ulysses von James Joyce spielt, ein Buch biblischen Ausmaßes und ein Meilenstein der modernen Literatur.
Mitwirkende:
Alexander Wiechec, Alexander Hahne – Sprecher und Sänger
Brit Hedrich – Gitarre und GesangMan kann den ganzen Abend besuchen, aber auch zu einzelnen Teilen kommen.
Sie sind herzlichst eingeladen!
Quelle: df
| 9 September 2018 | |
| DICHTUNG | Volker Braun | |
| LESUNG | Christian Brückner | |
| BEREITSTELLUNG | LYRIK & MUSIK |
Den Himmel verwildert der Sturm
Voll Wolken grau, das Feld
Ist dunkel am Tag, mein Sinn.
In der gebauten Natur
Geh ich allein, und den Wald schüttelt er
Wie meine Fäuste möchten, die steife Welt!
Einmal lebte ich so, freudig
Mit den Genossen. Gebraucht
Zu ändern Flüsse und Städte allmählich
Und die ich brauchte.
[…]
| 6 Oktober 2012 | |
| DICHTUNG | Erich Kästner | |
| LESUNG | Dieter Mann | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Ein kleiner Junge lief durch die Straßen
und hielt eine Mark in der heißen Hand.
Es war schon spät und die Kaufleute maßen
mit Seitenblicken die Uhr an der Wand.
Er hatte es eilig, er hüpfte und summte:
„Ein halbes Brot und ein Viertelpfund Speck.“
Das klang wie ein Lied. Bis er plötzlich verstummte.
Er tat die Hand auf. Das Geld war weg.
Da blieb er stehen und stand im Dunkeln.
In den Ladenfenstern erlosch das Licht.
Es sieht zwar gut aus, wenn die Sterne funkeln.
Doch zum Suchen von Geld reicht das Funkeln nicht.
Als wolle er immer stehen bleiben,
stand er. Und war, wie noch nie, allein.
Die Rolläden klapperten über die Scheiben.
Und die Laternen nickten ein.
Er öffnete immer wieder die Hände
und drehte sie langsam hin und her.
Dann war die Hoffnung endlich zu Ende.
Er öffnete seine Fäuste nicht mehr…
Der Vater wollte zu essen haben.
Die Mutter hatte ein müdes Gesicht.
Sie saßen und warteten auf den Knaben.
Der stand im Hof. Sie wußten es nicht.
Der Mutter wurde allmählich bange.
Sie ging ihn suchen. Bis sie ihn fand.
Er lehnte still an der Teppichstange
und kehrte das kleine Gesicht zur Wand.
Sie fragte erschrocken, wo er denn bliebe.
Da brach er in lautes Weinen aus.
Sein Schmerz war größer als ihre Liebe.
Und beide traten traurig ins Haus.
| 22 Juli 2012 | |
| DICHTUNG | Ingeborg Bachmann | |
| LESUNG | Ingeborg Bachmann | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Fall ab, Herz vom Baum der Zeit,
fallet, ihr Blätter, aus den erkalteten Ästen,
die einst die Sonne umarmt‘,
fallet, wie Tränen fallen aus dem geweiteten Aug!
Fliegt noch die Locke taglang im Wind
um des Landgotts gebräunte Stirn,
unter dem Hemd preßt die Faust
sich schon um die klaffende Wunde.
Drum sei hart, wenn der zarte Rücken der Wolken
sich noch einmal dir beugt,
sei hart, wenn der Hymettos die Waben
noch einmal dir füllt.
Denn wenig gilt dem Landmann ein Halm in der Dürre,
wenig ein Sommer vor unserem großen Geschlecht.
Und was bezeugt schon dein Herz?
Zwischen gestern und morgen schwingt es,
lautlos und fremd,
und was es schlägt,
ist schon sein Fall aus der Zeit.
































