Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

6 
 April 
 
2021


 

 
Letzte Worte // Fausts Vision

 
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene.
Den faulen Pfuhl auch abzuziehen,
Das letzte wär das Höchsterrungene.
So eröffne ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde.
Als Gleiche angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluss.
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!
Zum Augenblicke dürft ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdentagen
Nicht in Äonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick …

 
 
28 
 Februar 
 
2021


 

 
Letzte Worte // Fausts Vision

 
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene.
Den faulen Pfuhl auch abzuziehen,
Das letzte wär das Höchsterrungene.
So eröffne ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde.
Als Gleiche angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluss.
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!
Zum Augenblicke dürft ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdentagen
Nicht in Äonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick …

 
 
15 
 Juni 
 
2019


 

Literatur, Vortrag, Gespräch, Theater, Oper, Konzerte

GOETHE UND JOYCE
Ein irisch-deutscher Abend am Vorabend des Bloomsday.

An diesem Abend werden Goethe und Joyce zueinander in ein Verhältnis gesetzt. Mal mehr literarisch, mal mehr gedanklich, mal experimentell wird auf die Unterschiede und ihre Gemeinsamkeiten verwiesen. Hierbei soll zugleich das Polaritätsprinzip erlebbar gemacht werden: eben die Unterschiedlichkeit, auf der Grundlage der Gemeinschaft. Hinzu tritt auch die Musik von Bach, den man in gewisser Hinsicht auch als polar zu Joyce auffasssen kann.

Im ersten Teil werden Goethe und Joyce in ihrer völlig unterschiedlichen Sprachanwendung vorgestellt, der eine harmonisch-klassisch, der andere modern, provokativ, experimentell.

Im zweiten Teil werden Texte von Alexander Wiechec vorgetragen, die nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Form einen Bezug zu Joyce haben.

Im dritten Teil wird es experimentell. Es werden kurze Ausschnitte aus Joyce´s Finnegans Wake mit Musik und Geräuschelementen verbunden. Hiermit wird unter anderem auf den Klangcharakter dieses kryptischen Werks aufmerksam gemacht.

BLOOMSDAY –  Der 16. Juni wurde in Irland zum Feiertag, weil an diesem Tag das Buch Ulysses von James Joyce spielt, ein Buch biblischen Ausmaßes und ein Meilenstein der modernen Literatur.

Mitwirkende:
Alexander Wiechec, Alexander Hahne – Sprecher und Sänger
Brit Hedrich – Gitarre und Gesang

Man kann den ganzen Abend besuchen, aber auch zu einzelnen Teilen kommen.

Sie sind herzlichst eingeladen!

Quelle: df