Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

10 
 März 
 
2026


 

ECKERMANN
Breit’
deiner Strahlen Gefieder
weit aus
und entsende die güldene Flut
in den Flur der hohen Arkaden.

Manch einer sammelt
der Kindheit Helden als Plastikfigur,
auch hier in den Nischen der Wand
prangt in bronzenem Stolz
griechische Mythologie.

Gleichwohl mit heiterem Schein
steigt von der Treppe hinab
Herr Geheimrat von Goethe,
freundlich zum Gruße mir nun.

GOETHE
Seit meiner Fahrt nach Italien,
Schauplatz antiker Kultur,
gesellt sich zur inneren Freud’
sichtbar nun äußerer Glanz.

#weimar
#goethehaus
#goethe
#eckermann
#gespräch
#comic

 
 
20 
 Dezember 
 
2025

abgelegt in
Tage in Weimar

 

#goethe #weihnachtsgeschenk #august #puppentheater

Was der Erdkreis gebiert,
wird zeigt metaphorisch sich hier.

 
 
16 
 Dezember 
 
2025

abgelegt in
Tage in Weimar

 

#weimar #ilmpark #epigramm #goethe

Die ihr Felsen und Bäume bewohnt, o heilsame Nymphen,
Gebet jeglichem gern, was er im Stillen begehrt!
Schaffet dem Traurigen Trost, dem Zweifelhaften Belehrung,
Und dem Liebenden gönnt, dass ihm begegne sein Glück.
Denn euch gaben die Götter, was sie den Menschen versagten:
Jeglichem, der euch vertraut, tröstlich und hilfreich zu sein.

Johann Wolfgang von Goethe (1790)
Aufschrift auf einem Felsen
am parkseitigen Aufgang zum Römischen Haus

 
 
14 
 Dezember 
 
2025

abgelegt in
Tage in Weimar

 

#goethesgarten #goethesgartenhaus #steintafel #goethe
Goethes Steinftafel in Goethes Garten am Gartenhaus
als Huldigung an Charlotten von Stein

HIER GEDACHTE STILL EIN LIEBENDER SEINER GELIEBTEN
HEITER SPRACH ER ZU MIR: WERDE MIR ZEUGE DU STEIN.
DOCH ERHEBE DICH NICHT DU HAST NOCH VIELE GESELLEN
IEDEM FELSEN DER FLUR DIE MICH DEN GLYCHLICHEN NAEHRT
IEDEM BAUME DES WALDES UM DEN ICH WANDERND MICH SCHLINGE
RUF ICH WEIHEND UND FROH: BLEIBE MIR DENKMAL DES GLYKS
DIR ALLEIN VERLEIH ICH DIE STIMME. WIE UNTER DER MENGE
EINEN DIE MUSE SICH WAEHLT FREUNDLICH DIE LIPPEN IHM KYSST.

 
 
23 
 November 
 
2025


 

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand,
meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh‘ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
er hält in Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Mühe und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.

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Wolfgang Holzmair (Bariton)
Gérard Wyss (Klavier)
Aufnahme: Radio Bayern 3 – München, Mai 1992
Download: https://archive.org/details/SchuberterlknigwolfgangHolzmair

 
 
22 
 Juni 
 
2025


 

Nähe des Geliebten

1.
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

2.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

3.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh‘ ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

4.
Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!

▬▬ English version ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

1.
I think of you
when sunlight on the ocean
gleams golden bright.

I think of you
when moonbeams in a motion
paint springs with light.

2.
I see you
when on the distant path
the dust will rise.

In deepest night,
when on the narrow footbridge
the wanderer trembles.

3.
I hear you,
when there with muffled rushing
the wave swells.

In the silent grove
I often go to listen,
when all is still.

4.
I am with you,
though you be ever so far,
you are near to me!

The sun is setting,
soon the stars will shine for me,
oh, were you here!

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Quellen

├── Fotos
│ ├── Ort
│ │ └── Park an der Ilm
│ │
│ └── Aufnahme
│ └── Fotografie ► Ralph Schumacher

├── Text
│ ├── Urtext ► “Ich denke dein” von Friederike Brun
│ └── Kontrafaktur ► Johann Wolfgang von Goethe

└── Musik
├── Vertonung ► Franz Schubert
├── Gesang ► Dietrich Fischer-Dieskau
└── Klavier ► Gerald MooreWeimar