Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

13 
 Januar 
 
2026


 



Vorschaubild: Schubert-Vertonung: Der Lindenbaum

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Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Thore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt’ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab’ ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh’!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad’ in’s Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör’ ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

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Foto (Hintergrund): Park an der Ilm

Autor: Wilhelm Müller
Komponist: Franz Schubert (Winterreise, D. 911: No. 5)
Bariton: Wolfgang Holzmair
Klavier: Imogen Cooper
Download: https://archive.org/details/lindenb-holzmair
Aufnahme: Großer Saal im Mozarteum, Salzburg, November 1994

 
 
22 
 Juni 
 
2025


 

Nähe des Geliebten

1.
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

2.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

3.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh‘ ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

4.
Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!

▬▬ English version ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

1.
I think of you
when sunlight on the ocean
gleams golden bright.

I think of you
when moonbeams in a motion
paint springs with light.

2.
I see you
when on the distant path
the dust will rise.

In deepest night,
when on the narrow footbridge
the wanderer trembles.

3.
I hear you,
when there with muffled rushing
the wave swells.

In the silent grove
I often go to listen,
when all is still.

4.
I am with you,
though you be ever so far,
you are near to me!

The sun is setting,
soon the stars will shine for me,
oh, were you here!

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Quellen

├── Fotos
│ ├── Ort
│ │ └── Park an der Ilm
│ │
│ └── Aufnahme
│ └── Fotografie ► Ralph Schumacher

├── Text
│ ├── Urtext ► “Ich denke dein” von Friederike Brun
│ └── Kontrafaktur ► Johann Wolfgang von Goethe

└── Musik
├── Vertonung ► Franz Schubert
├── Gesang ► Dietrich Fischer-Dieskau
└── Klavier ► Gerald MooreWeimar

 
 
22 
 Juli 
 
2015


 

 
Niemals zuvor empfand ich Sterblicher mich diesen Heroen
musischen Genius‘ näher gerückt und fühle mit ihnen
gleichen Puls schlagen, fühle gleiches Herz pochen im Busen.

 
 
7 
 März 
 
2015

abgelegt in
Schubert, Franz