Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

5 
 August 
 
2026


 

Lektüre im Studienzentrum Weimar: Thomas-Evangelium | Logion 89 – Sorge um’s Äußere

Die verborgenen 114 Jesusworte (Logien)
– freie Nachdichtung –

Hier geht es zur älteren Version:

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Logion 95
Vom rechten Geben

Jesus sprach:

„Warum wascht ihr
das Äußere des Bechers?

Versteht ihr nicht,
dass der,
der das Innere gemacht hat,
auch der ist,
der das Äußere gemacht hat?“

Edler Gewandung entsaget!
Jedweder Prunk sei euch fern:
Die golden durchglänzende Locke ermatte und Purpur entflieh’ eurer Wange!

Lasst euch genügen
am inwend’gen Schmuck,
der himmlischen Gabe,
wahre Anmut verleihend!

So sei die empfangene Schönheit
rein in Gesinnung
und stetig im Wandel
eifernder Tugend.

Denn jenes Schatzes Kostbarkeit ist’s, welcher edlerer Schönheit geziemet,
klares Geisteslicht strahlt,
sich in wahrhaft’gem Gnadenschein fromm und untrüglich zeiget.

Wohl dem,
dem dies göttlich’ Kleinod
zuteil ward!

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Musik:
Wolfgang Amadeus Mozart – Ave Verum
https://archive.org/details/ave_verum

#thomasevangelium #gnosis #logion89 #sorgen #schönheit #herz

 
 
15 
 April 
 
2026


 

Treppenaufgang zu Schillers Empfangszimmer, um im Gesellschaftszimmer des 2. OGs, im
die zu sprechenden Theaterrollen auf Hochdeutsch einzuüben.

Friedrich Schiller

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Solche wähle zu Begleitern
Auf des Lebens Bahn,
Die dein Herz und deinen Geist erweitern,
Dich ermutigen, erheitern,
Mit dir eilen himmelan.

#weimar #schillerhaus #schiller #treppe #trochäus

 
 
1 
 April 
 
2025


 


Auszug aus „Cyrano de Bergerac“

Wie voll mein Herz von Zärtlichkeit gewesen,
hast Du’s geahnt ?
Nie mehr, aber auch nie mehr
wird mein trunkener Blick nie mehr
in seliger Lust
die Lüfte küssen, die Du Zauberin
mit lieblichen Gebärden sanft bewegt.

Wie Deine Hand sich an meine Stirne legt,
ich seh’s im Geiste und Grüße send‘ ich hin.
Mein ganzes Herz ist auch im Tode dein
und alle Glut, die liebend ich Dir zolle,
flammt noch in meiner Augen letztem Strahl.

 
 
31 
 März 
 
2025


 


Auszug aus „Cyrano de Bergerac“

Wird man denn durch einen Kuss zum Diebe ?
Er ist ein trauliches Gelübde nur,
ein zart Bekenntnis, ein gehauchter Schwur.
Ein Rosenpünktchen auf dem „i“ der Liebe,
ein Wunsch, dem Mund gebeichtet statt dem Ohr.
Ein liebliches Geräusch wie Bienensummen,
ein Traum der Ewigkeit, ein duftiges Verstummen,
die Seele schwebt zum Lippenrand empor
und gibt sich als ein süßes Naschwerk hin.

 
 
28 
 Februar 
 
2022


 

Für mich ein Gebet an den Höchsten

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D. 776
Franz Schubert – Komponist
Franz VÖLKER – Tenor

Aufnahme von 1928
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Du bist die Ruh‘,
der Friede mild,
die Sehnsucht du,
und was sie stillt.

Ich weihe dir
voll Lust und Schmerz
zur Wohnung hier
mein Aug‘ und Herz.

Kehr‘ ein bei mir,
und schließe du
still hinter dir
die Pforten zu.

Treib‘ andern Schmerz
aus dieser Brust!
Voll sei dies Herz
von deiner Lust.

Dies Augenzelt,
von deinem Glanz
allein erhellt,
O füll es ganz!
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Download: https://archive.org/details/volker-du-ruh

 
 
1 
 Dezember 
 
2020


 

DICHTUNG Johann Wolfgang von Goethe
LESUNG Benjamin Krämer-Jenster
BEREITSTELLUNG Benjamin Krämer-Jenster


 

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud‘ und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd‘ ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.