Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

25 
 August 
 
2016

abgelegt in
Gedankenschau

 

Rilke wäre nicht Rilke, wenn man ihn nicht wie ein Kuchenrezept lesen könnte, indem Zucker ein Äquivalent für etwas Süßes und Eigelb Garant für einen appetitlichen Farbton ist.
Ich distanziere mich in diesem Zusammenhang von jedweder Diskrimnierung kuchenbackener Hausfrauen, zumal ich selbst keinen Kuchen backen kann bzw. das Endprodukt auf dem Prüfstand allgemeiner Verköstigung qualitativ noch weite Obergrenzen zuließe.

Rilkes Werk ist für mich hinsichtlich einer lebenspraktischen Sinnentnahme und Handlungsanweisung oft schwierig zu deuten und fürwahr: bei einer Deutung bleibt es meist.

Zur Königsdisziplin zählen hierbei sicherlich die Duineser Elegien, die mit ihrem Komplexitätsanspruch (Mehrschichtigkeit) einer polyphonen Bachfuge gleichen, auf der dunklen Klaviatur subtiler Bedeutungsebenen spielend: “Fremdes” ist oft “Vertrautes”, emotionale Zustände verdichten sich außerpersonell in der unbelebten Natur, Wirkungsprinzipien werden durch Analogien zum Ausdruck gebracht.

Wohl dem, der zur richtigen Lesart die Rilkebrille zur Hand hat!

Der Symbolismus möchte weder die gesellschaftliche Wirklichkeit, wie z. B. der Realismus, noch persönliche Empfindungen oder subjektive Reaktionen auf äußere Ereignisse, wie Romantik und Impressionismus, darstellen.
Er schafft eine ästhetische oder mystische Kunstwelt, die für ihn ebenso der „Realität“ entspricht; die symbolistische Dichtung bildet im gleichen Maße ab, wie sie bildet.

Quelle: Wikipedia

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