Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

23 
 April 
 
2018

abgelegt in
Gedankenschau

 

Es ist im Alltag oft schwierig, einen Gedanken konsequent linear zu enden zu denken.

Meist verbleiben die Gedanken in einem zirkulären Stadium, in einer Art rekursiven Endlosschleife, die aber eigentlich durch einen qualitativen Gedankensprung aus diesem Kreislauf ewig gedachter Wiedergeburten ins Nirwana einer Endlösung eingehen möchten.

 
 
22 
 April 
 
2018


 

[1] Tempel des Hephaistos


MUSIK
Wolfgang Amadeus Mozart [2]Klavierkonzert Nr. 20 in D minor, KV 466, Romanze

Die Wirkungsstätte des
Zenon von Kition
[3] Zenon lehrte, dass es Ziel des Menschen sein müsse, tugendhaft zu leben und nicht seinen Begierden nachzugeben (die Kathēkon-Lehre); den Wechselfällen des Lebens müsse man mit einer souverän-gelassenen, philosophischen, eben „stoischen“ Haltung ruhig begegnen.Das wichtigste Ideal seiner Philosophie ist die Apatheia, die er „die Abwesenheit von Affekten“ nannte. Sie ist nach Zenon am besten zu erreichen durch Indifferenz gegen Schmerz und Lust gleichermaßen. Durch Kontrolle der ...weiter lesen

 
Stiller
im milden Geisteswind
göttlicher Ahnung,
scheint unberührt
vom Wogen weltlichen Treibens [4] „der geschäftige Markt“ – Friedrich Schiller
dein erhabener Wolkenbau.

Im trauten Schatten
schmiegen Gerankes
roser Geistesblüte
ruhet der Grundfeste Sockel [5]Die Plinthe, eine untere quadratische Platte, verteilt die Last der Säule auf eine größere Grundfläche. Die Plinthe ist in seltenen Fällen mit Ornamenten oder Blattmotiven verziert.
marmorbleicher Schöne,
verjüngt sich kühler Betrachtung
der lebensmatte Blick,
hochstrebend
zum weiten Bogenschwung
ionischer Säulen.

Und demutsvoll, nun still ergeben, [6]sich einfügen in den Naturkreislauf
glimmt der Sinnesfreuden Opferbrand [7]Affektkontrolle
in heiliger Feuerschale,
entsteigt der Myrte Wohlgeruch
wie heit’rer Lüfte Taubenflug
mit hoffnungsfroher Schau
zum allversöhnend Göttervater.


Der Arkadengang stoischer Siegessäulen

  • [ Säule 2 ] Worüber wir gebieten, worüber wir nicht gebieten
    • 1, 1. Unser Eigentum
    • 1, 2. Vorzüge des Eigentums
    • 1, 3. Verwirrung aus Verwechslung
    • 1, 4. Keine Halbheit!
    • 1, 5. Äußere Dinge – was gehen sie dich an?
  • [ Säule 2 ] Begehren und Meiden
    • 2, 1. Du hast dein Glück in der Hand
    • 2, 2. Das sicherste für den Anfang
    • 2, 3. Gemütsruhe
  • [ Säule 3 ]

→ zu Mnemosynes Geleit
Zenons Wandelhalle

Fußnoten   [ + ]

 
 
20 
 April 
 
2018

abgelegt in
Kurt Mikula | Lieder
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TEXT & MUSIK Kurt Mikula
GESTALTUNG Kreativwerkstatt der NMS Lofer



1.
Von der Sonne lerne zu wärmen,
einer von vielen zu sein lern von den Sternen.
Vom Wind lern frei zu leben,
von den Wolken mit Leichtigkeit schweben.
Zu nehmen und zu geben,
lern von der Ebbe und der Flut,
und von jedem neuen Tag
die Hoffnung: Es wird gut.

2.
Vom Meer lern im Überfluss geben,
mit dem Adler in die Höhe zu streben.
Von den Bäumen lern standhaft zu bleiben,
und vom Grashalm im Sturm dich zu neigen.
Von der Sonne und vom Regen
in Freud und Leid zusammenstehn,
dann kannst du hoch am Firmament
den Regenbogen sehn.

3.
Lern von den Blättern im Herbst loszulassen,
und vom Winter neue Kräfte zu fassen.
Vom Frühling immer neu zu beginnen,
dich zu verwandeln von den Schmetterlingen.
Von den Jungen lern zu wachsen,
von den Alten auszuruhn,
da wo du jetzt im Leben stehst
das Wichtige zu tun.

4.
Und vom Herbst lern Abschied zu nehmen,
vom Regen deiner Tränen dich nicht zu schämen.
Von den Blumen lern dich offen zu zeigen,
und von den Steinen lerne das Schweigen.
Vom Abendrot das Wissen,
dass nach jeder dunklen Nacht,
dass trotz aller Finsternis
ein neuer Tag erwacht.