| 12 Mai 2012 | |
| DICHTUNG | Rainer Maria Rilke | |
| LESUNG | Vera | |
| BEREITSTELLUNG | RilkeForum |
Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu ‚halten‘, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich ‚Sein‘ in alledem? –
Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –
Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.







