Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

26 
 Mai 
 
2018


 


Säule 11

Des Herzens Feuerschale
Der Weise verliert nichts



Aus den Briefen Epiktets [1]fiktiv
an Lucius Flavius Arrianus [2]Zusammenfassung aus: „Handbüchlein der Moral“
Verlage: Ad Fontes, Reclam, Anaconda
Alles ist Leihgabe, himmlisches Pfand der gnädigen Götter,
welches beschieden dir ist, dir zur beschiedenen Zeit.
Klage drum nicht, du seist einer Sache verlustig geworden,
nahm dir der Geber doch nur, was er dir einst treu entlieh!

Sprich deshalb nicht, du hättest dein Weib, dein Kind gar verloren,
die auf irdischem Pfad liebend zur Hand dir gesellt.
Trauersang ehrt den Verlust, doch versagt er die Wiederkehr Liebster…
Sprich: „Was gegeben mir ward, geb‘ ich nunmehr zurück!“ [3]Der HERR hat’s gegeben,
der HERR hat’s genommen,
der Name des HERRN sei gelobt!


Oder dein Weinberg sei gestohlen, entwendet dir worden,
der an rühmlichem Hang heiter dir wog deinen Sinn.
„Aber es war doch ein nichtswürd’ger Schuft, der mit dreistem Verlangen
mir jenes Grundstück entriss!“ [Dies auch gabst du nur zurück]

Doch was kümmert’es dich,
durch wen der Geber gedachte, sein Eigen zurück nun zu fordern?
Rechtest du mit dem Olymp um die [bisher] erwiesene Gunst?

Alles erachte [4]betrachte / behandle als fremdes Gut, zeitweilig dir zur Verfügung ge-
stellt [5]gereicht, zum zeitweiligen Besitz wie der Herberge Obdach dem Wanderer auch [6]der Leib als Herberge der Seele.
→ zu Mnemosynes Geleit
→ Zenons Wandelhalle
Die stoischen Siegessäulen

Fußnoten   [ + ]

 
 
5 
 Oktober 
 
2012

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Bibelstellen | Christentum

 

Die Geschichte von Hiob behandelt die Frage, wie es sein kann, dass der gerechte Gott duldet, dass guten Menschen Böses widerfährt. Sie versucht zu beantworten, weshalb trotz Gottes Allmacht und Güte auch ein gerechter Mensch leiden kann. Sie wehrt sich gegen die fromme und einfache Annahme, dass das Leiden eine Strafe Gottes sei.

(Quelle: Wikipedia)

Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den Herrn traten, kam auch der Satan unter ihnen. Der Herr aber sprach zu dem Satan: Wo kommst du her? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Ich habe die Erde hin und her durchzogen. Der Herr sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht auf Erden, fromm und rechtschaffen, gottes­fürchtig und meidet das Böse. Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher beschützt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Besitz hat sich ausgebreitet im Lande. Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat: was gilt’s, er wird dir ins Angesicht absagen!

Der Herr sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan hinaus von dem Herrn.

An dem Tage aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide, da fielen die aus Saba ein und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts, und ich allein bin entronnen, dass ich dir’s ansagte. Als der noch redete, kam ein anderer und sprach: Feuer Gottes fiel vom Himmel und traf Schafe und Knechte und verzehrte sie, und ich allein bin entronnen, dass ich dir’s ansagte. Als der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machten drei Abteilungen und fielen über die Kamele her und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts, und ich allein bin entronnen, dass ich dir’s ansagte. Als der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses; da fiel es auf die jungen Leute, dass sie starben, und ich allein bin entronnen, dass ich dir’s ansagte.

Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen; der Name des Herrn sei gelobt!

 

Übersetzung Martin Luther
Lesung Ben Becker
Bereitstellung 59Berger