| 27 Februar 2026 |
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Vom rechten Lohn der Opferfreude
Großer Freude zuteil nach erkämpftem Vorstoß in Feindes
Land, der siebenten Reihe, wo Bauerngevölk still verharrt, das
ohnmächtig nun dem steinern Gebäu des massiven Turmes
schutzlos erlegen. Die brennenden Pfeile aus Schießschartens Rachen
drängen dem Landvolk, Entrinnen deucht unnütz. Schon legt sich des Weißen
Axt an die Stämme der stattlichen Reihe bäurischen Wuchses…
Rettung tut Not in äuß’rer Bedrängnis. Tatendrang fordert
ohne Verzug die Gefahr, denn jegliches Säumen in Drangsal
jähes Ende gebieret. Drum gürte dich, Schwarzer, mit eilenden Kräften!
So ergeht nun der mahnende Ruf an das stolze Gespann der
apokalyptischen Reiter, paarig gesellt auf dem Schlachtfeld,
hufscharrend, schwer die Lanze gesenkt, das Visier mit gestähletem Willen
rüstern verschlossen, wirft sich ein Ritter ins Kampfesgeschehn, im
Blutrausch opfernd sich selbst nun, des Feinds Barrikaden zu sprengen. (1. … Sg3+)
Damit dränget der freche Rappen dem feindlichen König
als auch dem Turme zugleich. Welch‘ schreckliches Ungemach naht!
Erzwungen muss der Bauer, der rettende, nehmen, (2. hg)
sonst droht Qualität gar verlustig.
Entblößt weilt der Herrscher, des Schutzschilds beraubt, auf geöffneter Linie!
Wiederum schlägt jetzt der schwarze Bauer (2. … hg+) und -böses Erwachen-
es wird bis dahin in dämmernder Stille der Turm jäh geweckt und
Goliath gleich, höhnt der Philister mit drohendem Wurfspieß ein Schach ins
Lager des Weißen. Die Hoheit erschrickt und weichet zur Linken. (3. Kg1)
Seiner jetzigen Stärke gewiss und vom Teufel geritten,
folget mit Heißsporn das andere Ross ins süße Verderben! (3. … Sf2)
Weil durch den Turmzug auf h1 der Tod des Monarchen würde beschieden,
sieht sich der Weiße genötigt und nimmt mit dem Turme sogleich. Doch …( 4. Tf2)
… Schwarz, trotz der Springer entledigt, erkühnt sich, mit Schlachtruf den Turm auch
ohne schadhaftes Zögern zu opfern (4. … Th1+),
… wodurch, keines Fluchtfelds gesichtig,
Weiß den Turm übelst schlagen muss (5. Kh:),
auf das Eckfeld gelenkt … und
Schwarz nunmehr,
siegreich dem Bauern den Lorbeer errungen –
nach Schlagen des Turmes (5. … gf),
freie Bahn zur Dam’ sich ertrotzte.
FEN-Code:
7r/ppR5/6k1/3p4/4n1np/4P3/PPP3PP/5R1K b – – 0 1
#weimar #schillerhaus #schach #analyse
| 14 Oktober 2023 |
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Es besteht die Theorie, dass die Ablehnung von Kains Opfer („Fleisch“) und die Bejahung von Abels Opfer („Getreide“), die Ablösung der Jäger- und Sammlergesellschaft durch den Ackerbau einläutete.
| 10 Oktober 2021 |
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Hippolytes Schlummersang [1]Hippolytes ist die Königin der Amazonen
… der sterbenden Alkippe
Hyppolytes
Noch wahrt [2]birgt / flammt das Antlitz geschmeidigen Sinn,
umsäumen der wallenden Locken samtenes Band,
der Wangen Linienschwung den feinen [3]zarten Schliff,
des schmucken Perlmutthalses schlanken Schaft.
Alkippe
Und mit der Lippe letzter Glut
präg‘ nun der Stirne Klingenblatt
mit reiner Flamme Zartgravur.
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
Fußnoten
| 1 Mai 2018 |
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Got des gebändigten und läuternden Feuers
MUSIK
Wolfgang Amadeus Mozart [2]Klavierkonzert Nr. 20 in D minor, KV 466, Romanze
Die Wirkungsstätte des
Zenon von Kition [3]Zenon lehrte, dass es Ziel des Menschen sein müsse, tugendhaft zu leben und nicht seinen Begierden nachzugeben (die Kathēkon-Lehre); den Wechselfällen des Lebens müsse man mit einer souverän-gelassenen, philosophischen, eben „stoischen“ Haltung ruhig begegnen.Das wichtigste Ideal seiner Philosophie ist die Apatheia, die er „die Abwesenheit von Affekten“ nannte. Sie ist nach Zenon am besten zu erreichen durch Indifferenz gegen Schmerz und Lust gleichermaßen. Durch Kontrolle der … Continue reading
Stiller
im milden Geisteswind
göttlicher Ahnung,
scheint unberührt
vom Wogen weltlichen Treibens [4] „der geschäftige Markt“ – Friedrich Schiller
dein erhabener Wolkenbau.
Im trauten Schatten
schmiegen Gerankes
roser Geistesblüte
ruhet der Grundfeste Sockel [5]Die Plinthe, eine untere quadratische Platte, verteilt die Last der Säule auf eine größere Grundfläche. Die Plinthe ist in seltenen Fällen mit Ornamenten oder Blattmotiven verziert.
marmorbleicher Schöne,
verjüngt in kühler [6]kühner Betrachtung
sich der lebensmatte Blick,
hochstrebend
zu weitem Bogenschwung
ionischer Säulen.
Und demutsvoll, nun still ergeben, [7]sich einfügen in den Naturkreislauf
glimmt der Sinnesfreuden Opferbrand [8]Affektkontrolle
in heiliger Feuerschale,
entsteigt der Myrte Wohlgeruch
wie heit’rer Lüfte Taubenflug
mit hoffnungsfroher Schau
zum allversöhnend Göttervater.
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Der Arkadengang stoischer Siegessäulen
Aus den Briefen Epiktets
an Lucius Flavius Arrianus [9]Zusammenfassung aus: „Handbüchlein der Moral“
Verlage: Ad Fontes, Reclam, Anaconda
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→ Zenons Wandelhalle
Fußnoten
| 26 Januar 2018 |
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| DICHTUNG | Reinhold Schneider | |
| LESUNG | Sandra Hüller |
Allein den Betern kann es noch gelingen
Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
Und diese Welt den richtenden Gewalten
Durch ein geheiligt Leben abzuringen.
Denn Täter werden nie den Himmel zwingen:
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
Was sie erneuern, über Nacht veralten,
Und was sie stiften, Not und Unheil bringen.
Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
Indes im Dom die Beter sich verhüllen,
Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
Und in den Tiefen, die kein Aug‘ entschleiert,
Die trockenen Brunnen sich mit Leben füllen.
| 14 Juni 2017 |
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Hippolytes Schlummersang [3]Hippolytes ist die Königin der Amazonen
… der sterbenden Alkippe
Hyppolytes
Noch wahrt [4]birgt / flammt das Antlitz geschmeidigen Sinn,
umsäumen der wallenden Locken samtenes Band,
der Wangen Linienschwung den feinen [5]zarten Schliff,
des schmucken Perlmutthalses schlanken Schaft.
Alkippe
Und mit der Lippe letzter Glut
präg‘ nun der Stirne Klingenblatt
mit reiner Flamme Zartgravur.
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
Fußnoten























