Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

16 
 März 
 
2022

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Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand,
meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
er hält in Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Mühe und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.

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Wolfgang Holzmair (Bariton)
Gérard Wyss (Klavier)
Aufnahme: Radio Bayern 3 – München, Mai 1992
Download: https://archive.org/details/SchuberterlknigwolfgangHolzmair

 
 
12 
 März 
 
2021

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Glauben kann auch eine feste Überzeugung sind, mit der man Berge versetzen kann. Wissen steht lediglich im Bücherregal.

 
 
17 
 März 
 
2020

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Hamsterkäufe

Die Corona-Krise wird nicht nur eine Belastungsprobe für unser Gesundheitssystem sein, sondern auch ein Indikator des bürgerlichen Zusammenhalts und der gegenseitigen Rücksichtnahme.
Es wird sich auch zeigen, ob sich der Terminus “Mitbürger” nur über die gemeinsame Verkehrssprache definiert, ob ich jemanden Mitbürger nenne, nur weil er die gleiche Muttersprache wie ich spricht oder ob sich das Miteinander über eine gemeinsame Wertekultur definiert.
Genau hier wäre durchaus auch die Diskussion über die “deutsche Leitkultur” angebracht.
Wenn es nur um gesprochene Sprache geht, ist mir der Google-Übersetzer oder dicc.cc übrigens mittlerweile auch sehr nahe, die Übersetzungsqualität, die Auswahl an Synonymen und die Aussprache sind eigentlich recht akzeptabel.