| 8 Dezember 2025 | |
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock
An sich selbst (3/4)
Mein Körper ist nicht mehr
als Adern, Fell und Bein.
Das Sitzen ist mein Tod,
das Liegen meine Pein.
Die Schenkel haben selbst nun Träger wohl vonnöten.
Hier geht’s zum 1. Teil: https://youtube.com/shorts/L0AbRmRV10w
| 4 Dezember 2025 | |
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock #Vertonung
Mir grauet vor mir selbst,
mir zittern alle Glieder,
wenn ich die Lipp und Nas
und beider Augen Kluft,
die blind vom Wachen sind,
des Atems schwere Luft
betracht und die nun schon erstorbnen Augenlider.
| 19 August 2012 | |
Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand
Dir Lesbie mit der Zeit um deine Brüste streichen,
Der liebliche Korall der Lippen wird verbleichen;
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand.
Der Augen süßer Blitz, die Kräfte deiner Hand;
Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen.
Das Haar, das itzund kann des Goldes Glanz erreichen,
Tilgt endlich Tag und Jahr als ein gemeines Band.
Der wohlgesetzte Fuß, die lieblichen Gebärden,
Die werden teils zu Staub, teils nichts und nichtig werden;
Dann opfert keiner mehr der Gottheit deiner Pracht.
Dies und noch mehr als dies muss endlich untergehen.
Dein Herze kann allein zu aller Zeit bestehen,
Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht.
| Dichtung | Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau | |
| Vertonung | Literaturtoene | |
| Bereitstellung | Literaturtoene |
| 23 Oktober 2011 | |
Menschliches Elende
Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen
Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.
Dies Leben fleucht darvon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.
Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt,
Und wie ein Strom verscheust, den keine Macht aufhält:
So muss auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden,
Was itz und Atem holt, muss mit der Luft entfliehn,
Was nach uns kommen wird, wird auch ins Grab nachziehn.
Was sag ich? wir vergehn wie Rauch von starken Winden.




















