Arachnes Wettstreit

Arachne
Die kunstfertige Weberin
Arachne


Musik
Wolfgang Amadeus Mozart (( Konzert in C-DUR für Flöte, Harfe und Orchester, KV 299 (Schulz, Zabaleta, Boehm) – Quelle: www.archive.org ))

Gedankenweben

Der Phantasie liebreizende Wettstreit

Dort wird Purpur gewebt, der tyrischen Kessel empfunden,
Schatten dazu so zart und kaum zu gewahrenden Wechsels,
Wie beim Regenguss, wenn die Strahlen sich brechen, ein Bogen
Pflegt mit gewaltigem Rund zu zeichnen die Weite des Himmels;

Licht erglänzten darin zahllose verschiedene Farben,
Doch die Veränderung selbst entgeht dem betrachtenden Auge:
So ist, was sich berührt, ganz gleich, das Entferntere ungleich.
Dort durchwirken sie auch mit geschmeidigem Golde die Fäden,
Und im Gewebe erhebt sich ein altertümlicher Inhalt.

aus: “Die Metamorphosen” von Ovid

 

Und den durstigen Blick labt das energische Licht.
Kräftig auf blühender Au erglänzen die wechselnden Farben,
Aber der reizende Streit löset in Anmuth sich auf.

aus: “Der Spaziergang” von Friedrich Schiller

 

Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben […]

aus: “Würde der Frauen” von Friedrich Schiller

 

 

Arachnes Webstoff
weibliche und männliche Anteile ((

Arachnes Webstoff
Damenflügel und Königsflügel
auf dem Schachbrett ))

Arachnes Webstück

Arachnes Geistesblüten
blumig geknüpfte Gedankenfiguren ((

Arachnes Webstoff
♕ ♔ weiße Bretthälfte
♛ ♚ schwarze Bretthälfte ))

Arachnes Webstück mit Figuren

→ zu Mnemosynes Geleit
Das Positionsspiel
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Ullins Sonnenharfe


Ullin spielet die Harfe auf
Alpin leiht den Gesang


 

Alpins Bergeshöhn ((Alpines Geisteslicht))

S i e h ',
wie im ersten Morgenlichte
ausgegossener Losung
an milder Lippen weicher Grate
kristall die Schmelze träuft!

Bläulich entsteiget ((entwindet))
ein W o h l d u f t
dem Enzian blumer Stimme,
und atmet
neigend sein sinnendes Haupt
der Knospe stummen Zauber.

F l a u s c h
ziehn der Worte flaute Wölkchen
an schroffem Hange ((des Alltags Ungemach)) vorüber
hinan zum Mooseshügel
trauter Anhöh’.

L a u s c h ',
wie im milden Gnadenscheine
flutgehauchter ((frz. flûte, die Flöte betreffend)) Goldung
im klaren Auge reinen Klanges
sich tau der Firn leis bricht!
Und dann
in seligem Strome Wellenfall
melodisch mir durchs Tal
der weiten Brust nun zieht!

Fürwahr,
ich f ü h l ‘s!

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Hephaistos’ Kunstschmiede
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