| 28 September 2026 |
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William Shakespeare: Sonett 1 (Rezitation / Gedicht)
Vom schönsten Wesen wünschen wir Vermehrung,
Damit der Schönheit Ros’ unsterblich sei,
Und, wenn das Reife stirbt durch Zeitverheerung,
Sein Bild in zarten Erben sich erneu’,
Doch du, in eigner Augen Schein begnügt,
Nährst mit selbstwesentlichem Stoff dein Feuer,
Machst Hungersnot wo Überfülle liegt,
Dir selber Feind, des holden Ichs Bedräuer!
Der jungen Tage frische Zierde du
Und einz’ger Herold bunter Frühlingszeit,
Begräbst in eigner Knospe deine Ruh,
Vergeudest kargend, zarte Selbstigkeit!
Hab Mitleid mit der Welt! Verschling’ aus Gier
Ihr Pflichtteil nicht in deinem Grab und dir.
—————————–
Übersetzung / Übertragung: Gottlob Regis
Aufnahme vom 01.03.2017 in Buchen (Odenwald)
#Shakespeare #Gedichte #Hörbuch #Sonett1 #Lyrik
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Englischer Originaltext:
From fairest creatures we desire increase,
That thereby beauty’s rose might never die,
But as the riper should by time decease,
His tender heir might bear his memory:
But thou, contracted to thine own bright eyes,
Feed’st thy light’s flame with self-substantial fuel,
Making a famine where abundance lies,
Thy self thy foe, to thy sweet self too cruel.
Thou that art now the world’s fresh ornament,
And only herald to the gaudy spring,
Within thine own bud buriest thy content,
And, tender churl, mak’st waste in niggarding.
Pity the world, or else this glutton be,
To eat the world’s due, by the grave and thee.
| 12 März 2018 |
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[1]Benjamin West
Ullin – Fingals Barde
Musik
Antonio Vivaldi [2]Gloria II – Et in Terra Pax Hominibus
National Chamber Choir Of Armenia
Ullin spielet die Harfe auf
Alpin leiht den Gesang
Alpins Bergeshöhn [3]Alpines Geisteslicht
S i e h ',
wie im ersten Morgenlichte
ausgegossener Losung
an milder Lippen weicher Grate
kristall die Schmelze träuft!
Bläulich entsteiget [4]entwindet
ein W o h l d u f t
dem Enzian blumer Stimme,
und atmet
neigend sein sinnendes Haupt
der Knospe stummen Zauber.
F l a u s c h
ziehn der Worte flaute Wölkchen
an schroffem Hange [5]des Alltags Ungemach vorüber
hinan zum Mooseshügel
trauter Anhöh‘.
L a u s c h ',
wie im milden Gnadenscheine
flutgehauchter [6]frz. flûte, die Flöte betreffend Goldung
im klaren Auge reinen Klanges
sich tau der Firn leis bricht!
Und dann
in seligem Strome Wellenfall
melodisch mir durchs Tal
der weiten Brust nun zieht!
Fürwahr,
ich f ü h l ’s!
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
Fußnoten
| 1 März 2017 |
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I.
Vom schönsten Wesen wünschen wir Vermehrung,
Damit der Schönheit Ros’ unsterblich sei,
Und, wenn das Reife stirbt durch Zeitverheerung,
Sein Bild in zarten Erben sich erneu’,
Doch du, in eigner Augen Schein begnügt,
Nährst mit selbstwesentlichem Stoff dein Feuer,
Machst Hungersnot wo Überfülle liegt,
Dir selber Feind, des holden Ichs Bedräuer!
Der jungen Tage frische Zierde du
Und einz’ger Herold bunter Frühlingszeit,
Begräbst in eigner Knospe deine Ruh,
Vergeudest kargend, zarte Selbstigkeit!
Hab Mitleid mit der Welt! Verschling’ aus Gier
Ihr Pflichtteil nicht in deinem Grab und dir.
| 8 September 2015 |
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| DICHTUNG | Stefan George | |
| LESUNG | Ulrich Tukur |
Authentische Liebe lässt Raum und Zeit für Wachstum.
Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, daß ihr meine Liebe nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Hohelied der Liebe: 8;4
Ich sah sie zum erstenmal…sie gefiel mir nicht:
Es ist an ihr nichts Schönes
Als ihre schwarzen schwarzen Haare.
Mein Mund berührte sie flüchtig eines Tags
Und sehr gefielen mir ihre Haare
Und auch ihre Hand…
Es ist an ihr nichts Schönes
Als ihre Haare – ja – und ihre feine Hand.
Ich drückte sie etwas wärmer eines Tags
Und sehr gefiel mir ihre Hand
Und auch ihr Mund.
Heute ist nichts mehr an ihr
Was mir nicht sehr gefiele
Was ich nicht glühend anbetete.
| 14 September 2012 |
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https://www.youtube.com/watch?v=QGRe2wF6Dnk
Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien !
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.
| Textdichter | Friedrich Hölderlin | |
| Lesung | Alexander Khuon | |
| Bereitstellung | Wortlover |
| 24 August 2012 |
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| DICHTUNG | Nelly Sachs | |
| LESUNG | Nelly Sachs | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Einer
wird den Ball
aus der Hand der furchtbar
Spielenden nehmen.
Sterne
haben ihr eigenes Feuergesetz
und ihre Fruchtbarkeit
ist das Licht
und Schnitter und Ernteleute
sind nicht von hier.
Weit draußen
sind ihre Speicher gelagert
auch Stroh
hat einen Augenblick Leuchtkraft
bemalt Einsamkeit.
Einer wird kommen
und ihnen das Grün der Frühlingsknospe
an den Gebetmantel nähen
und als Zeichen gesetzt
an die Stirn des Jahrhunderts
die Seidenlocke des Kindes.
Hier ist
Amen zu sagen
diese Krönung der Worte die
ins Verborgene zieht
und
Frieden
du großes Augenlid
das alle Unruhe verschließt
mit dem himmlischen Wimpernkranz
Du leiseste aller Geburten.




























