Das gestörte Schäferstündchen

Wieder einmal übte meine Cousine Kerstin Molz beim SV Ehrstädt in zahllosen Proben, mit leidenschaftlichem Einsatz und unterhaltsamer Darstellungskunst!

Ich indes erstand mit nicht minderem Tatendrang 15 Lose bei der Tombola und erwarb lediglich einen Preis (Nr. 262): Bad-Raumparfüm und eine Handyschmuck-Anleitung!
Vielleicht wurden die Lose gegen Ende mit Nieten gestreckt wie meine Rotweinschorle? *Späßle*

Ein anderer erwarb einen Verbandskasten.
“Hoffentlich mit Trostpflaster…” 😉

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Urlaub vom Ehebett

Vorverkauf für den Theaterabend
Wir laden die Bevölkerung recht herzlich zum alljährlichen Theaterabend am Samstag, dem 7. Januar 2017 um 19.30 Uhr (Saalöffnung: 18.00 Uhr) in die Schindwaldhalle ein.
Die Theaterkids, die schon seit Wochen das Stück „Feurige Erdbeere“ proben, wollen den Zuschauern zeigen, wie man heutzutage für seinen Onkel eine Frau fürs Leben finden kann.

Im Anschluss daran präsentiert die Erwachsenentruppe, was Ehepaare alles erleben können, wenn bei ihnen „Urlaub vom Ehebett“ angesagt ist. Dass dabei kein Auge trocken bleiben wird, ist jetzt schon garantiert!!
Der Kartenvorverkauf für diese Veranstaltung ist am 03.12.2016 ab 14.00 Uhr im Aufenthaltsraum der Feuerwehr Steinsfurt. Restkarten sind ab 05.12.2016 im Bestell-Shop Rempfer erhältlich.

Quelle: Stadtanzeiger Sinsheim

Schön war’s mal wieder bei den Theaterleuten Steinsfurt (MGV Germania).
Dank an meine Cousine Kerstin für die Einladung!

Der Steinsfurter Dialekt, indem das Stück gehalten wurden, ist für mich immer wieder etwas Heimisches, Trautes, Rückbesinnliches.

Leseprobe 1. Akt [bei Theaterverlag Rieder]

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Wiederholungstäterin

Ist es der momentan vorüberziehende Donnergroll oder der klärende Regenprall, der die ersehnte Abkühlung auch meines Gemüts gestattet und mich Erdenwurm mahnt zur Einsicht, zur kühlen Einsicht der Dinge?

So einfallsreich und wechselvoll oft das Schicksal in seinen wirren Handlungssträngen ist, so mechanisch und klar strukturiert greift das Schicksal allerdings oft auch auf bewährte (Leid-)Muster zurück.
Man kann durchaus annehmen, dass die Geschichte (der Menschheit oder des Einzelwesens) eine Wiederholungstäterin ist.

Das Schicksal bedient sich nicht selten im Theaterstück “Leben” des dramaturgischen und äußerst effektvollen Mittels des Perspektivwechsels.
Bereits ereignete Szenen wiederholen sich, allerdings mit vertauschten Rollen der Mitwirkenden:
In der Durchführung einer festgelegten Szene übernimmt man einmal eine handelnde Rolle (Tätigkeitsform), zu einem späteren Zeitpunkt in einem ähnlich gearteten Handlungskontext die Rolle des passiv Erduldenden (Leideform).

Die Sicht der Dinge wurde somit also vertauscht, das Empathievermögen für unterschiedliche Blickwinkel sensibilisiert, Reflektion möglich gemacht hinsichtlich einer Aktion (als Aktiver) und deren emotionalen (Aus-)Wirkung auf andere (als später Passiver).
Es ist somit möglich, einst (als Aktiver) verursachtes Leid zu einem späteren Zeitpunkt (als Passiver) nachzuempfinden ( ((Spiegelneuronen. Aufmerksame Beobachter im Kopf)) ), zu gereuen, vielleicht auch Abbitte zu leisten.

Interessant erscheint mir hier, dass jene als nunmehr Passiver erzeugte Empfindung (wie z.B. Mitleid) nicht unbedingt aus religiösen Wertvorstellungen erwachsen noch auf einem gesellschaftlichen Verhaltenskodex fußen muss.
Diese Empfindung, dieses Gefühl ist ein archetpyisches Ur-Gefühl, unkonditioniert, das nicht erlernt werden muss. Es ist humanspezifisch (!) und rein hinsichtlich erzieherischen Eintrübungen. Es ist souverän.
Diese souveränen Ur-Gefühle sind demnach auch kultur- und epochenübegreifend oder -treffend von Erich Fromm formuliert – ähnlich des allen uns innewohnenden Gefühls des Abgetrenntseins, …

… dem panischen Entsetzen vor einer völligen Isolation […] von der Außenwelt.
Der Mensch sieht sich – zu allen Zeiten und in allen Kulturen – vor das Problem der Lösung der einen und immer gleichen Frage gestellt: wie er sein Abgetrenntsein überwinden, wie er zur Vereinigung gelangen, wie er sein eigenes einzelnen Leben transzendieren und das Einswerden erreichen kann. Die Frage stellt sich dem Primitiven in seiner Höhle wie dem Nomaden, der seine Herde hütet, dem ägyptischen Bauern, dem phönizischen Händler, dem japanischen Samurai, dem modernen Büroangestellten und dem Fabrikarbeiter auf gleiche Weise. ((Erich Fromm: Die Kunst des Liebens.
Liebe als Antwort auf das Problem der menschlichen Existenz.
S.19.))

Es gilt nunmehr, den einst (als Aktiver) durch eine bewusste Handlung verursachten Fremdschmerz dem eigenen Aufschrei an Schmerzen (als passiv Erduldender) entgegenzusetzen (eventuell mit Schmerzlöschung bei einer (vollständigen) destruktiven Interferenz, Katharsis).
Da der einst eigenverursachte Schmerz allerdings größer sein dürfte als der momentan zu erduldende, kann es nicht zur gänzlichen Aufhebung des Schmerzes kommen.
Auf jeden Fall wird durch einen Perspektivenwechsel die eigene, meist in der selbsterwählten Opferrolle übertriebene Weltanklage relativiert und man selbst in seinem kindlich verhafteten Narzissmus hoffentlich von jener Selbstsucht geheilt.

Somit wird – auch trotz fehlender Wiedergutmachung des verursachten Schadens – eine (künftig fruchtbare) Verhaltensmodifikation vollzogen.

Danke für das kurzweilige Unwetter, Dank dem Regenguss aus Himmelshöhen für das moralisch ausgelaugte Ödland meines Herzens!

Gott ist kein Sadist, er ist Direktor des Welttheaters mit höchst pädagogischen Absichten.

Weise mir, Herr, nicht Deinen Weg, dass ich wandle in Deiner Wahrheit wie meine Väter und (Ur-)Väter bereits den Pfad der Tugend beschritten, lasse mich nicht wie ein Lemming nachtrotten!

Weise mir nicht den Weg, sondern versetze mich in (Ur-)Gefühlszustände, dass mein glühendes Herz selbst die Wahrheit nicht nur sieht, erkennt, sondern erfühlt und der reflektierten Wahrheit folgt.

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