Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

5 
 November 
 
2016


 

Geselligkeit und Einsamkeit: Man muss beides miteinander verbinden und abwechseln lassen. Die erstere weckt die Sehnsucht nach Menschen, die letztere die Sehnsucht nach uns selbst. Und beide werden einander hilfreich ergänzen: Den Hass gegen das Menschengetümmel wird die Einsamkeit heilen, den Überdruss an der Einsamkeit das Menschengetümmel. [1]Seneca

Man kann auch „komplexe Beziehungen“ auf ein Mindestmaß mental einfacher Strukturierung heruntergefahren und als Single zu-Frieden („Pacific“) leben, der ähnlich des Stillen Ozeans der Wogen geglättet, sich der Ich-Suche verschreibt, fernab vom Festland, von der Menschen (w)irrem Lärmen.
Nicht unbedingt glücklich(er), aber gelassener und durchaus am individuellen Glück arbeitend.

Denn Glück ist kein passiver Zustand, der einem widerfährt und quasi als selbstgereifte Frucht in den Schoß fällt, sondern eine aktive Lebenseinstellung, für die man etwas tun muss, handlungs-dominierend in bestimmten Interessensfeldern (Sport, Musik, Kunst, Literatur, …) an der eigenen Persönlichkeit arbeitet.

Glück ist Charakterbildung und bedarf eines „festen Willens“. [2]Seneca
Und Glück ist (zuweilen Schwerst-)Arbeit, ob in einer Beziehung oder im Alleingang, aber trotz allem ein lohnendes Ziel.

Fußnoten   [ + ]

 
 
27 
 Mai 
 
2016

abgelegt in
Gedankenschau

 

Eine Weltkarte der Scheidungsraten zeigt, wie sich die Gesellschaft verändert. Die Illustration basiert auf Wikipedia-Daten. In Deutschland wird jede zweite Ehe geschieden. Das ist viel.

Doch es gibt Länder mit noch höheren Scheidungsraten. In Luxemburg, Tschechien und Spanien liegt sie zum Beispiel bei über 60 Prozent. In Belgien sogar bei 70 Prozent. Dort gehen die meisten Ehen kaputt. Die niedrigste Scheidungsrate hat Chile: drei Prozent.

Quelle: Huffingtonpost

Findet der Gutgläubige nach jahrelanger Pilgerschaft sein (Seelen-)Heil in einer Beziehung?

Man kann sich dem nüchternen Ernst der Scheidungsstatisken verpflichtet fühlen und NICHT heiraten!

Man kann laut Erich Fromm [1]Die Kunst des Liebens aber auch sein Heil in der Kunst suchen … und vielleicht finden!
Die Überwindung des Alleinseins ermöglicht auch die allversöhnliche Musik, die Refugium gewährende Dichtung und das vertrauensvolle (Kunst-)Gespräch gegenseitigen Verständnisses mit anderen Menschen (gewiss auch ohne sexueller Komponente).

Das erhabene Gebäu der Kunst als Pantheon „menschlicher Mühen und Lust“ (Schiller), nicht mehr als eine künstliche Scheinwelt?
Mag sein, aber nicht weniger künstlich erbaut als vielleicht manches Vertrauenskonstrukt einer Beziehung selbst, dessen Pathos laut obiger Landkarte oft in sich zusammenbricht.

Nachtrag am 27.08.2016, 23:26 Uhr: Der wohl von mir herzloseste Beitrag am Geburtstag meiner Freundin!

Fußnoten   [ + ]

 
 
13 
 März 
 
2016


 

 

Liebe ist weder Selbstverlust noch Selbstverzicht noch Selbstbesetzung und schon gleich garnicht Abhängigkeit, Unterordnung […].
Liebe ist etwas Zukommendes, das im Geben, Teilen und Mitteilen als Geschenk erfahren wird.

Quelle: Lycaeum