Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

2 
 Juni 
 
2018


 

DICHTUNG Manfred Hausmann
LESUNG Sandra Hüller
BEREITSTELLUNG wortlover


 

Wenn wir uns nicht haben und uns sehnen,
dann ist’s als hätten wir uns endlich ganz.
Doch wenn wir nahe sind und uns geborgen wähnen,
verdunkelt sich die Lust, verblaßt der Glanz.

Die Ferne ist es nicht und nicht die Nähe.
Ach, immer lebt das Innigste allein.
Laß uns, wie gut es auch, wie schlimm es um uns stehe,
laß uns barmherzig zueinander sein…

 
 
5 
 Mai 
 
2018

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DICHTUNG Else Lasker-Schüler
LESUNG Maria Becker


 

Die Welt, aus der ich lange mich entwand,
Ruht kahl, von Glut entlaubt, in dunkler Hand;
Die Heimat fremd, die ich mit Liebe überhäufte,
Aus der ich lebend in die Himmel reifte.

Es wachsen auch die Seelen der verpflanzten Bäume
Auf Erden schon in Gottes blaue Räume,
Um inniger von Seiner Herrlichkeit zu träumen.

Der große Mond und seine Lieblingssterne,
Spielen mit bunten Muschelschäumen
Und hüten über Meere Gottes Geist so gerne.

So fern hab ich mir nie die Ewigkeit gedacht …
Es weinen über unsere Welt die Engel in der Nacht.
Sie läuterten mein Herz, die Fluren zu versüßen,
Und ließen euch in meinen Versen grüßen.

 
 
14 
 April 
 
2018

abgelegt in
Kurz & Gut | Philosophie

 

Es gibt einen Punkt im L(i)eben, indem ein Reifezenit erreicht wird, wo Sex -nach Immanuel Kant- nicht der gegenseitige Gebrauch der Geschlechtsorgane darstellt, sondern nach Hölderlin die Sprache der Liebenden, als nonverbales Mitteilungsmittel der Seele.

Sprache der Liebendenden