Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

17 
 September 
 
2017

abgelegt in
Gedankenschau

 
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15 
 März 
 
2017

abgelegt in
Gedankenschau

 

Anrufe über Anrufe zuhauf an meinem Geburtstag…

Freunde, es ist von euch echt lieb gemeint und es freut mich Eurer Anteilnahme (ohne Ironie!) , aber bedenkt eines: Leben (in der rein quantitativen Aneinanderreihung der Lebensjahre betrachtet) ist ein PASSIVER Vorgang.

Denkt bitte auch an den AKTIVEN Vorgang, der mich überhaupt möglich gemacht hatte, damals vor 43 Jahren!

Ja, es war meine Mutter vor 43 Jahren, die in einem durchaus aktiven (schmerzhaften!!! Press-)Vorgang mich empfangen hatte, nach 9-monatiger Schwangerschaftstortour, in einem Akt jenseits männlichen Schmerzbewusstseins, lebenselemantarer Nähe und Schwangerschaftsrückbildungsmaßnahmen.
Und ich, als Mann? Ich atme nur, als Beitrag zum Leben… echt super!

Auch auf die Gefahr hin, als Muttersöhnchen abgescholten zu werden, hätte ich eine Bitte: Ruft vielleicht einfach einmal zur Abwechselung bei meiner Mutter an und bedankt euch bei ihr für den schmerzhaften Geburtsvorgang und die -im Rahmen ihrer Möglichkeiten- geleisteten Erziehungsarbeit – weitgehend OHNE Mann!

Eine wissenschaftliche Abhandlung über Geburtswehen allerdings als Mann hier zu zelebrieren, halte ich nicht nur für unabgebracht, sondern schlichtweg für dreist!

Vielmehr sollte man generell den Muttertag ABSCHAFFEN und ERSATZWEISE indes DEN MÜTTERN zum schmerzhaften Geburtstag ihrer Kinder gratulieren und auch etwaiger Fehlgeburten anteilhaft gedenken?
Dies wäre viel dienlicher!

Aber was rede ich wiederum als Single mit fehlender Stimme im Reichtstag…

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28 
 Dezember 
 
2016

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Die Stoa | Gedankenschau

 


Orpheus ent-reißt Eurydike der Unterwelt


Dieses Bild schreckt mich ab.
Man darf mutmaßen, ob Orpheus vielleicht die Nymphe Eurydike NICHT aus dem Schattenreich führt, sondern hinter sich (h)er-zieht und sie zu seinen Lebensentwürfen/-konzepten ziehen möchte, geradezu “schleift”.

Vielleicht hatte sich Eurydike mit der Unterwelt bereits arrangiert?
Vielleicht hatte sie sich in ihren Erdentagen bereits an Orpheus’ melodiösem Säuselwind, der ihm ambrosisch durch sein Harfenspiel streifte, satt gelauscht?
Deutungsspielräume bleiben offen…

Man sollte die Menschen nicht zu sich er-ziehen, sondern sich mehr be-ziehen, auf gemeinsame Bezugspunkte, auf übereinstimmende Interessensfelder und auf Herzen hoffen, die den gleichen oder ähnlichen Blickwinkel auf eine Sache mit einem teilen. Und dieser Blickwinkel mag noch so schräg sein, für Gedankenexperimente gibt es kein zu schräg.
Es ist besser, alleine zu bleiben und – wie im Falle Orpheus’ – zu den Tieren und Pflanzen zu singen, als Menschen auf seine Seite zu ziehen.

(Hin- und H)Er-Ziehung funktioniert nicht und mein pädagogischer Ehrgeiz geht diesbezüglich mittlerweile asymptotisch gegen Null!

Denn was sich von einem absondern will, sich an anderen Quellen laben möchte, wird dies auch tun.
Bäche werden hinab eilen, man kann und darf sie nicht aufhalten, weil es in ihrer Natur liegt.
Was einem immer bleibt, sind die treuen Zisternen Hoffnung verheißender Frische.

Wie Orpheus gilt es, dem angestimmten Harfenspiel mit seiner Lebensmelodie treu zu bleiben.

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