Lyrik ~ Klinge
Versuch einer Dichtung          

11 
 September 
 
2017

abgelegt in
Gedankenschau

 

„Alles wandelt sich, nichts geht verloren“

Land-Art, Steinkreis-Mandala von Katie Griesar [1]„Everything changes, nothing is lost“ (2014) by land artist Katie Griesar

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21 
 August 
 
2017


 

Achill

Musik
Two Steps From Hell – Fire Nation

Achills Überfahrt

Das Schiff

Stolze Tochter des Libanon:
Ranken Mastes Segelwerk, der flauten Brise Gespielin,
schlanken Kieles Zedernholz, der klaffen Wogen Bezwinger,
glänzender Planken Sonnendeck, der heiteren Blicke Wandellust,
und bronzern im Mattgold der Frühe schimmern die Schilde!

Der Lenker

Du, indes, Stolz des Peleus,
folg‘ dem Geheiß des himmlischen Rats:
Günstiger Winde, dir Äol gleichfalls gewogen,
gürt‘ mit unsterblicher Macht deine Lenden
und tauche des Ruders geschmeidiges Blatt
in die Flut gleiser Welle,
fernhin zu Trojas Gestade.

→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt
 
 
1 
 August 
 
2017

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Der angeschmiedete Prometheus [ ? ]

 
Musik
unbekannt
[ Bemerkung zum Text ] [1] Ich distanziere mich explit zu Bezügen aus meinem privaten Umfeld, die rein zufällig wären und der Text darüberhinaus dem Jahre 1999(?) entstammt. Lediglich die Verortung im Gedichtezyklus „Mnemosynes Geleit“ war angedacht.
 
Herrschaft der Willkür
 
Was soll der Götter laun’sches Narrenspiel,
das unentwegt mit heißem Lustgefühl
begehrt, dem siechend’ Erdensohn zu drängen?
 
***
 
Kühlt sich des Zeuses Brust, die ruhmerglühte,
mit Tränenflut menschlicher Trauergesängen?
 
Füllst du, Poseidon, denn die Weltenmeere, trübsalserpicht,
Menschenzähr’ um Menschenzähre?
 
Raubst, Helios, du das Lächeln deiner Siegesstrahlen
denn vom erlosch’nen Augenlicht gefall’ner Helden
in rauer Heeresschlacht, um fremdbeprunkt zu prahlen?
 
Trittst, Chloris, du Kunstbemühte,
nun hinzu, um reinlich dann der Rosen Gewand
im Pril verfloss’nen Streiterbluts zu tränken?
 
***
 
Oh soll doch an des Aulis‘ Strande Abendhimmel
sich Helios Götteraug’ ins schwarze Weltmeer senken
und Nyx mit finst’rem Blick allmählich nachten!
 
Dem Glückverschmähten tränbegoss’nes Trachten
scheuet nicht der eise Würgegriff,
des Ares‘ glatter Lanzenstich
lüstern in die matte Brust gerammt,
ja, löscht nichts, was eh’ schon ward verflammt.
 
***
 
Wähne dich glücklich, oh eitles Herrschergeschlecht, denn erhaben
thronest du! Siegesgewiß waltet dein Zepter der Macht,
teilst mit der Themis entheiligtem Schwert der Gemeinen
Länderbesitz und beglückst Fürstenverwalter damit,
zwingst des Freien geschändetes Haupt unters Joch des verhängten
Frones und nährest dich wohl von der Gepeinigten Müh’.
→ zu Mnemosynes Geleit
Eherne Welt

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