Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

6 
 März 
 
2019

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4 
 März 
 
2018


 

Odysseus
König von Ithaka

 

Musik
MVMB – Who We Are

[ Bemerkung zum Text ] [1] Ich distanziere mich explit zu Bezügen aus meinem privaten Umfeld,
die rein zufällig wären.

Ach, da reißen im Sturme die Anker, die an dem Ufer
warnend ihn hielten, ihn faßt mächtig der flutende Strom;
ins Unendliche reißt er ihn hin, die Küste verschwindet.

Hoch auf der Fluten Gebirg wiegt sich entmastet der Kahn;
hinter Wolken erlöschen des Wagens beharrliche Sterne,
bleibend ist nichts mehr, es irrt selbst in dem Busen der Gott.

aus: „Der Spaziergang“ [2]von Friedrich Schiller


 
Odysseus‘ Wankelmut

Still lag
im blassen Widerscheine keucher Sterne
des Ozeans graue Weite,
trieb des Heimkehrers Schiff
zum heim’schen Gestade
nach geendetem Krieg,
dem Mauerfall Trojas.

* * *

Doch die Götter
dulden nicht Unrast der Sterblichen,
neiden der Sterblichen Mut,
und streuen
der Liebespein ewiges Laster
ins friedsame Herz
edlerer Triebe.

* * *

Schon stieß Poseidons groller Dreizack
aufs nüchterne Wasser dämmernden Traums,
hieß mit zürnendem Zepter
die glatte See zu hohem Walle
ragend sich erheben.

Boreas [3]Gott des Nordwindes im Gefolge,
lag peitschend
über der schäumenden Gischt toser Erhebung
der Allgewalt Flügelschlag
mächtig brauser Götterschwinge.

* * *

Doch ermannend entflohener Stärke
trotzte den Göttern der Sterbliche,
tauchte festen [4]strammen Riemens umwunden
das reißende Ruder
in die stöhnende See wilder Wasser.

Und grelles Wetterleuchten durchzuckte [5]stirnte
des Sterblichen flammendes Auge.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]

 
 
18 
 Juni 
 
2017

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Die Entführung der Europa

Musik
E-Clip & Future Frequency – Little Universe [1]Iono Music

Gedankenwogen

Ein sonnenreicher Tag verglüht.

Der Lichtesgabe voll gemessen
nimmt Helios [2]Der Sonnengott letzten Sonnenpfeil
aus gold’nem Köcher
und sendet ihn dem Göttervater Zeus,
der an des Ufers kühlem Saum
in eines Stiers Erscheinung
emporsteigt aus des Meeres Wogen,
… der Liebe längst entflammt.

Denn unweit steht
der Insel jüngste Königstochter [3]Europa, Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa.

Mit dünenhaftem weichen Schritt
sucht sie nach Kostbarkeiten letzter Flut,
womit sie ihren Hals dann schmückt,
flicht Blumenzier ins lose Haar,
die milden Widerstreits der Wind zugleich entflicht
und lauscht des Wellenschlages Wonnespiel,
das fernher sanfte Weisen tönt [4]singt.

Und mehrend ihrer Schönheitsfülle Schatz,
weht lauen Lächelns Abendwind
mit leisem Sonnensang
besänftigend dem zahmgestimmten Stier
ins sinnverwehte Herz.

Das goldgehörnte Haupt
umwindet sie mit Blumenkränzen,
teilt ihrer Anmut Kleinod,
und schürt des Gottes Glutverlangen,
der schneefloh Schulter [5]weiße Sandband ihr nun zeigt.

Entfloh’ner Scheu‘
besteigt die Wagende
des Stieres reizer Klippe,
ergreift des Hornes Schmuckkorall.

Und traut umspielt das Seegarn träufer Haare
der Brüste weicher Schwämme,
des Schweißes salz’ger Brise
des Stieres liebesmattes Haupt.

Der warmen Strömung Meeresbecken
treibt beide Well‘ um Well‘
hinweg vom sicheren Gestade.

Und in des Herzens stiller Weite
entsinkt dem wogenschwanken Blick
das Festland auferlegter Bande.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]