| 10 Oktober 2021 |
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Hippolytes Schlummersang [1]Hippolytes ist die Königin der Amazonen
… der sterbenden Alkippe
Hyppolytes
Noch wahrt [2]birgt / flammt das Antlitz geschmeidigen Sinn,
umsäumen der wallenden Locken samtenes Band,
der Wangen Linienschwung den feinen [3]zarten Schliff,
des schmucken Perlmutthalses schlanken Schaft.
Alkippe
Und mit der Lippe letzter Glut
präg‘ nun der Stirne Klingenblatt
mit reiner Flamme Zartgravur.
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
Fußnoten
| 2 August 2017 |
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Apoll mit Kithara [1]Fresko, etwa 50 n. Chr., heute im Antiquarium auf dem Palatin in Rom
Musik
Wolfgang Amadeus Mozart [2]Klaviersonate Nr. 11 (Auszug)
Gedankenflaute
Apoll,
Du geistbeseelter Sphärensänger,
entleih’ den melodiösen Säuselwind,
der hauchend dir durch’s gold’ne Harfenspiel
ambrosisch streift,
dem flauten Geistesregen,
meiner Seele matter Flügelschlag.
Die irdischen Banden löse,
dass kraftbefiedert
meines Geistes Späh’n
sich dann mit kühnem Argosblick erhebt,
zum reichbestirnten Firmamente strebt,
um derorts edle Sternenworte zu erhaschen.
Nur dort prangt
des Paradieses verbliebene Schöne,
legt Venus
adelnd ihre Maßesschnur.
Nicht des äußer’n Liebreizes flüchtiger Fülle,
den holden Widerscheine,
krönet Venus,
sie schmähet dem nichtigen Prunk,
dem Trugbild falscher Wonnen!
Dem Liebschall sanftgewogener Rosenworte
entsendet einzig sie das köstliche Heil.
Oh, Apoll,
so nimm dahin
den jüngst umwehenden Jungfernschleier,
das schmucke Liebespfand,
es sei dir eigen,
hiess flatternd zum Lohne des Dichters Banner
in deinem milden Geisteswinde sel’gem Reigen.
→ Eherne Welt
Fußnoten
| 18 Juni 2017 |
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Ein sonnenreicher Tag verglüht.
Der Lichtesgabe voll gemessen
nimmt Helios [2]Der Sonnengott letzten Sonnenpfeil
aus gold’nem Köcher
und sendet ihn dem Göttervater Zeus,
der an des Ufers kühlem Saum
in eines Stiers Erscheinung
emporsteigt aus des Meeres Wogen,
… der Liebe längst entflammt.
Denn unweit steht
der Insel jüngste Königstochter [3]Europa, Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa.
Mit dünenhaftem weichen Schritt
sucht sie nach Kostbarkeiten letzter Flut,
womit sie ihren Hals dann schmückt,
flicht Blumenzier ins lose Haar,
die milden Widerstreits der Wind zugleich entflicht
und lauscht des Wellenschlages Wonnespiel,
das fernher sanfte Weisen tönt [4]singt.
Und mehrend ihrer Schönheitsfülle Schatz,
weht lauen Lächelns Abendwind
mit leisem Sonnensang
besänftigend dem zahmgestimmten Stier
ins sinnverwehte Herz.
Das goldgehörnte Haupt
umwindet sie mit Blumenkränzen,
teilt ihrer Anmut Kleinod,
und schürt des Gottes Glutverlangen,
der schneefloh Schulter [5]weiße Sandband ihr nun zeigt.
Entfloh’ner Scheu‘
besteigt die Wagende
des Stieres reizer Klippe,
ergreift des Hornes Schmuckkorall.
Und traut umspielt das Seegarn träufer Haare
der Brüste weicher Schwämme,
des Schweißes salz’ger Brise
des Stieres liebesmattes Haupt.
Der warmen Strömung Meeresbecken
treibt beide Well‘ um Well‘
hinweg vom sicheren Gestade.
Und in des Herzens stiller Weite
entsinkt dem wogenschwanken Blick
das Festland auferlegter Bande.
→ Pygmalions Werkstatt
Fußnoten
| 14 Juni 2017 |
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Hippolytes Schlummersang [3]Hippolytes ist die Königin der Amazonen
… der sterbenden Alkippe
Hyppolytes
Noch wahrt [4]birgt / flammt das Antlitz geschmeidigen Sinn,
umsäumen der wallenden Locken samtenes Band,
der Wangen Linienschwung den feinen [5]zarten Schliff,
des schmucken Perlmutthalses schlanken Schaft.
Alkippe
Und mit der Lippe letzter Glut
präg‘ nun der Stirne Klingenblatt
mit reiner Flamme Zartgravur.
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
Fußnoten
| 28 Februar 2017 |
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Anmut schmückte, Artemis, einst dein jungfräulich‘ Haupt,
Verderben nun deiner Pfeile Rachegesuch, die gespannter
Senne enteilten, Unheil entsandten dem thebaner Geschlecht und
folgend der Mutter grausamem Rat des Tantalos‘ Missetat sühnten.
→ Hephaistos‘ Kunstschmiede
| 12 November 2016 |
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… brennen nicht nur die Lichter, sondern entzünden sich auch die Gemüter.
„Nicht mehr zeitgemäß“:
Grüne fordern Aus für Christbaum vor dem RathausQuelle: www.unzensiert.at
Ein Aufschrei fundamentalister Christen war zu erwarten!
Zu meiner Entgegnung:
Genau genommen lässt sich der Christbaum gar nicht „christlich“ verorten, sondern ist eine Weiterentwicklung des aus der germanischen Mythologie stammenden „Mistelzweigbrauchs“, der aufgrund der wohnungsbeziehenden Schutzgeister in der Mistel die bösen Geister vertreiben solle.
Der Christbaum ist unter streng christlichen Gesichtspunkten daher „Fremdgewebe“.
„Der Gott Loki tötet Balder, den Sohn Odins und Friggs, indem er dem blinden Hödr einen Mistelzweig auf den Bogen spannt und auf ihn zielen lässt. Misteln sind Balders „Achillesferse“, da alle anderen Elemente der Erde geschworen haben, dem schönen, jungen Gott nichts zu Leide zu tun.“
Quelle: Wikipedia
Daher hing man in früheren Tagen Mistelzweige in der Wohnung auf.
Der Weihnachtsbaum ist stattdessen die „kompakte Form“ (quasi Weiterentwicklung) dieser zunehmend häuslichen „Mistelzweig-Überhäufung“.
Ich denke auch, dass aufgrund seiner lokalen Begrenzung der Weihnachtsbaum nicht nur ein Versammlungsort der Familie gewesen war, sondern auch hinsichtlich der Ausnadelung um einiges pflegeleichter.
Soviel zum an für sich heidnischen Kult, den sich das Christentum (wie andere Religionen auch (natürlicher Prozess)) einverleibt hat.
Wer also gegen Halloween ist, muss auch wider den Christbaum sein.
In Anbetracht zunehmender CO2-Emissionen und Schadhaftwerden an der Schöpfung Gottes empfand ich das Anpflanzen und Fällen von Bäumen eigenes(!) für Raumdekoration früher schon unchristlich (nebenbei: „Euer Schmuck sei inwendig!“) und nur in Anbetracht der leuchtenden Kinderaugen noch vertretbar und sinnig.
Für mich als Erwachsener mit dem Kind im Manne sind Familienfrieden und gemeinsame Zeit mit den Kindern und dem Partner viel wichtiger, die es in gemeinsamen Unternehmungen auszuschmücken gilt.
Der schmucke Weihnachtsbaum kann daher auch zu einer Ersatzhandlung werden, zu einer erbrachten „Ablass-Leistung“.































