Lyrik ~ Klinge
Versuch einer Dichtung          

30 
 August 
 
2011

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29 
 August 
 
2011


 
Jesus sprach:
„Wehe den Pharisäern, denn sie gleichen einem Hund,
der im Futtertrog der Rinder schläft; denn weder frisst er, noch läßt er die Rinder fressen.“

 

Weh‘ euch indes, Pharisäer, ihr Führer wohlfeiler Rede!
Wo der Ölbaum des Friedens will grünen, wuchert im Herzen
Zwietracht euch nur! In der Streitsucht selbstgefälligem Tone
wähnt ihr euch Hüter der ehernen Sittengesetze und herrlich,
wie eure prunken Gewänder, durchschimmert der tönende Liebschall
wallender Lippen des Tempels heilige Hallen. Und doch, im
tätigen Wort versagt ihr dem Suchenden Weisung, Licht dem Verirrten!
 
 
18 
 Juli 
 
2011

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Jesus sprach:
„Werdet Vorübergehende!“

 

Hoher Himmel! Es rührt des Allmächtigen eherne Schwinge
Donner gebärend am wolkengeballten Gewölb. Ein
irrender Strahl durchzuckt den erbleichten Äther. Die Berge
-heiligen Donnerhorns nun übergossen- verharren in Ehrfurcht,
göttlicher Hoheit gewärtig. Es wogt der urmächt’ge Welthall
nun die schroffen Hänge hinab und wälzt sich dumpfwallend
in die Täler, drängt zu der Dörfer duckenden Hütten,
drängt zur versammelten Schar im häuslichen Kreis und verliert sich
schweigend im lauschen Ohr menschlichen Staunens. Oh, du …

… Wunderklang Gottes, aller Naturen durchwogende Stimme!
Tön‘ als erhabener Lehrmeister deinen Erdengeschöpfen,
mahn‘ der Vergänglichkeit sie! Denn gleichwie dein Donner dem
Himmel entfuhr, dem göttlichen Urquell entsprang, so verlor sich
dies Große doch im Kleinen, im Irdischen nied’rer Behausung.

Lehre uns gleichwohl des flüchtigen Wandels hienieden auf Erden,
nichts währet immerdar, ist gezeitigt, gestundet dem Schicksal!