Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

31 
 Dezember 
 
2018


 



 

Das Standbild der Athena Promachos, der „in vorderster Linie Kämpfenden“, war eine kolossale Bronzestatue aus der Hand des Bildhauers Phidias. Sie stand zwischen dem Eingang zur Athener Akropolis, den Propyläen, und dem Erechtheion und somit links des Prozessionswegs zum Parthenon. Athena war die Schutzgöttin Athens, mehrere ihrer Standbilder befanden sich auf der Akropolis, unter anderem zwei weitere Werke des Phidias: die Athena Parthenos im Parthenon und die Athena Lemnia. Der Name Athena Promachos ist zum ersten Mal im 4. Jahrhundert n. Chr. belegt. Noch Pausanias nannte sie schlicht die große Athena aus Bronze auf der Akropolis.

Quelle: WikiPedia

 
Die Einkommensteuer-Erklärung

Ehrliches Dankwort entsend‘ ich Martina, der Kriegsherrin auf dem
Schlachtfeld der Bürokratie, [das] bisher mir Sumpf nur und Not [1]beziehend auf „Schlachfeld der Bürokratie“ nicht auf Martina!
Ihr Regiment führte Heere von Zahlen aus Gräben des dumpfen
Daseins verstaubten Archivs herrlich hinauf zu den Höh’n
sonniger Zukunft: versilberte Freuden auf blankem Papier! Und
wofür ich Tage gebraucht, hilft nun ihr dienend‘ Programm! [2]
SteuerSparErklaerung2015


 

 

Musik
Antonio Vivaldi [3]Die 4 Jahreszeiten – Der Winter

  • Fußnoten   [ + ]

     
     
    27 
     Dezember 
     
    2018

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    Lutz Görner lädt uns zu einer literarischen Reise ein

     

    Stapfen (0:14)
    Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)
    In jungen Jahren wars. Ich brachte dich
    Zurück ins Nachbarhaus, wo du zu Gast,
    Durch das Gehölz. Der Nebel rieselte,
    Du zogst des Reisekleids Kapuze vor
    Und blicktest traulich mit verhüllter Stirn.
    Nass ward der Pfad. Die Sohlen prägten sich
    Dem feuchten Waldesboden deutlich ein,
    Die wandernden. Du schrittest auf dem Rain,
    Von deiner Reise sprechend. Eine noch,
    Die längre, folge drauf, so sagtest du.
    Dann scherzten wir, der nahen Trennung klug
    Das Angesicht verhüllend, und du schiedst,
    Dort wo die Ulmen nah dem Hause stehn.
    Ich ging denselben Pfad gemach zurück,
    Leis schwelgend noch in deiner Lieblichkeit,
    In deiner wilden Scheu, und wohlgemut
    Vertrauend auf ein baldig Wiedersehn.
    Vergnüglich schlendernd, sah ich auf dem Rain
    Den Umriss deiner Sohlen deutlich noch
    Dem feuchten Waldesboden eingeprägt.
    Die kleinste Spur von dir, die flüchtigste,
    Und doch dein Wesen: wandernd, reisehaft,
    Schlank, rein, walddunkel, aber o wie süß!
    Die Stapfen schritten jetzt entgegen dem
    Zurück dieselbe Strecke Wandernden:
    Aus deinen Stapfen hobst du dich empor
    Vor meinem innern Auge. Deinen Wuchs
    Erblickt ich mit des Busens zartem Bug.
    Vorüber gingst du, eine Traumgestalt.
    Die Stapfen wurden jetzt undeutlicher,
    Vom Regen halb gelöscht, der stärker fiel.
    Da überschlich mich eine Traurigkeit:
    Fast unter meinem Blick verwischten sich
    Die Spuren deines letzten Gangs mit mir.
    Die Füße im Feuer 2:54)
    Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)
    Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm.
    Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Ross,
    Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust
    Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.
    Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell
    Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann.

    »Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt
    Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!«
    »Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich?
    Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!«

    Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal
    Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt.
    Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht
    Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,
    Ein stolzes Edelweib, aus braunem Ahnenbild.
    Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd
    Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft.
    Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal …
    Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut …
    Mit Linnen blendend weiß deckte den Abendtisch
    Die greise Schaffnerin. Das Edelmägdlein half.
    Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick
    Hing schreckensstarr am Gast und hing am Herd entsetzt…

    Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.
    Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!
    Drei Jahre sinds … Auf einer Hugenottenjagd …
    Ein fein, halsstarrig Weib … »Wo steckt der Junker? Sprich!«
    Sie schweigt. »Bekenn!« Sie schweigt. »Gib ihn heraus!« Sie schweigt.
    Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf.
    Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie
    Tief mitten in die Glut. »Gib ihn heraus!« Sie schweigt,
    Sie windet sich … Sahst du das Wappen nicht am Tor?
    Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?
    Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich.

    Eintritt der Edelmann. »Du träumst? Zu Tische, Gast.«
    Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht
    Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.
    Ihn starren sie mit aufgerissnen Augen an –
    Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk,
    Springt auf: »Herr, gebt jetzt mir meine Lagerstatt!
    Müd bin ich wie ein Hund!« Ein Diener leuchtet ihm.
    Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück
    Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr.
    Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach.

    Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.
    Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.
    Die Treppe kracht. Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt?
    Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.
    Auf seinen Lidern lastet Blei und schlummernd sinkt
    Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut.

    Er träumt. »Gesteh!« Sie schweigt. »Gib ihn heraus!« Sie schweigt.
    Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut.
    Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt …

    »Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!«
    Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,
    Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr – ergraut,
    Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.

    Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.
    Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad.
    Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.
    Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft,
    Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht.
    Die dunklen Schollen atmen kräftgen Erdgeruch.
    Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug.

    Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: »Herr,
    Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit
    Und wisst, dass ich dem größten König eigen bin.
    Lebt wohl. Auf Nimmerwiedersehn!«
    »Du sagts! dem größten König eigen! Heut ward
    Sein Dienst mir schwer. Gemordet hast du teuflisch mir
    Mein Weib! Und lebst! Mein ist die Rache, redet Gott.«
     
     
    21 
     Juni 
     
    2017


     

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