| 31 Mai 2018 |
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| DICHTUNG | Erich Kästner | |
| LESUNG | Hermann Lause | |
| BILDER | Christian Schad | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
– Fassung für Kleinmütige –
Niemand weiß wie reich du bist…
Freilich mein ich keine Wertpapiere,
keine Villen, Autos und Klaviere
und was sonst sehr teuer ist,
wenn ich hier von Reichtum referiere.
Nicht den Reichtum, den man sieht
und versteuert, will ich jetzt empfehlen.
Es gibt Werte, die kann keiner zählen,
selbst wenn er die Wurzel zieht.
Und kein Dieb kann diesen Reichtum stehlen.
Die Geduld ist so ein Schatz,
oder der Humor und auch die Güte
und das ganze übrige Gemüte.
Denn im Herzen ist viel Platz,
und es ist wie eine Wundertüte.
Arm ist nur, wer ganz vergißt,
welchen Reichtum das Gefühl verspricht.
Keiner blickt dir hinter das Gesicht.
Keiner weiß wie reich du bist…
(Und du weißt es manchmal selber nicht.)
| 9 Mai 2016 |
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Nicht immer kann sich ein Lehrer zu 100% auf den Unterricht vorbereiten und oft muss er sehr spontan reagieren, gerade bei Vetretungsstunden.
Scherzhaft spricht man bei nicht vorbereitetem Unterricht von der Hammer-Didaktik (“Was hammer gestern gemacht?”) oder der Türklinken- oder Schwellendidaktik (man plant den Unterricht in dem Moment, wo man die Türklinke zum Klassenzimmer herunterdrückt bzw. die Schwelle zum Klassenzimmer überschreitet).
[…] Dieser Lehrertyp kann durchaus beliebt sein, wenn er entsprechende Softskills vorweisen kann (Fairness, Humor, Barmherzigkeit usw.). Häufig hat dieser Lehrertyp eine Art Waffenstillstandsabkommen mit den Klassen: Man macht sich gegenseitig keinen Stress, wenn man seinen Job nicht gut macht (Lehrer-Job: guten Unterricht machen, Schüler-Job: lernen, mitarbeiten).
Quelle: Lehrerfreund
Aber mangelndes Engangement (ob aus Gründen der Schonung oder Resignation) auf dem Rücken geistig benachteiligter, nicht wehrbarer Schüler auszutragen und den Unterrichtsschluss nicht mit ergebnissichernden Inhaltsfragen zu enden, sondern mit einem präformierten Text (hier: allgemeinverbindliches Gebet), scheint mir die fehlende Krönung SEINER Unterrichts-„Schöpfung“ zu sein.
„Sie selber ‚Vollidiot‘, sind sind ein Muster von Double-Binding, Herr Lehrer!“
| 8 Januar 2016 |
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Wenn auch für Fasching prädestiniert, rührt der Text an der Seele der Kinder und der Mütter (als auch der „Väter“).
Mein Auge ward feucht – ein Lied für alle Lebenslagen!Bei all dem oberflächlichen Flaschingsgejohle vielleicht ein Lied, das nicht so ganz in die Faschingrubrik passt und durchaus eine Wettbewerbsverzerrung darstellt.
1.
Bei all den kleinen Kinderlein
Gibt´s manchen großen Schmerz,
Hat´s Püppchen was am Fingerlein
Bricht Mutti fast das Herz;
Dann kommt die Mamma schnell herbei.
Nimmt´s Kindchen auf den Schoß
und sagt bedauernd: Ei, ei, ei,
Was hat mein Kindchen bloß?
Bewegt sie es ans Herze zieht
Und singet ihm zum Trost das Lied.
Refrain
Heile, heile Gänsje, ist bald wieder gut.
Kätzje hot e Schwänzje, ist bald wieder gut.
Heile, heile Mausespeck,
In hundert Jahr ist alles weg!
2.
Und ist das Kindchen größer dann,
Erwacht im Herz die Lieb,
Es dreht sich alles um den Mann,
Den bösen Herzensdieb,
Doch wenn das Herz in Flammen steht,
Vor Liebe, Lust und Glück,
Der Mann gar oft von dannen geht.
Läßt weinend es zurück.
Dann singt die Mutter angst und bang das Lied,
Das Lied, das sie dem Kind einst sang.
Refrain
Heile, heile Gänsje, ist bald wieder gut.
Kätzje hot e Schwänzje, ist bald wieder gut.
Heile, heile Mausespeck,
In hundert Jahr ist alles weg!
3.
Das Leben ist kein Tanzlokal,
Das Leben ist sehr ernst.
Es bringt so manche Herzensqual,
Wenn du es kennen lernst.
Doch brich´nicht unter seiner Last,
Sonst wärest du ein Tor,
Und trag´was du zu tragen hast,
Geduldig mit Humor.
Und denk´ Dein ganzes Leben lang,
Ans Lied, das Dir die Mutter sang –
Refrain
Heile, heile Gänsje, ist bald wieder gut.
Kätzje hot e Schwänzje, ist bald wieder gut.
Heile, heile Mausespeck,
In hundert Jahr ist alles weg!
4.
Wär ich einmal der Herrgott heut,
Dann wüßte ich nur eins:
Ich nähm´ in meine Arme weit
Mein arm´, zertrümmert Mainz
Und streichelte es sanft und lind
Und sagt: „Hab nur Geduld.
Ich bau dich wieder auf geschwind,
Du warst ja gar nicht schuld.
Ich mach´ Dich wieder wunderschön,
Du kannst, Du darfst nicht untergehe´n.“
| Sänger | Ernst Neger | |
| Text | Martin Mundo und Georg Zimmer |
| 24 Juli 2015 |
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03.01.2011
Mir scheint, dass Christen nicht unbedingt blind sind, aber zumindest in Kreisen fundamentalistischer Bewegegungen Grautöne wa(h)rgenommen werden und Farben zumeist indiskutabel sind.
Wenn dann doch über Farben des Regenbogens diskutiert werden darf, dann nur über solche (segmentreduzierten) Farbtöne, die mit der (Farben-)Lehre der jeweiligen Glaubensrichtung vereinbar sind.
Farben, die weltanschauliche Irritationen provozieren könnten, werden ausgefiltert.
Ich finde das Leben an sich schon eine hochkomplexe Angelegenheit, aber diese unabänderliche Komplexität durch schlichte Reduktion zu simplifizieren, ist geradezu infantil. Und es ist NICHT diese durchaus angebrachte Kindbewahrtheit, die Jesus mit den Worten einfordert: „Wenn ihr nicht so werdet wie die Kinder, dann …“.
Das Leben ist eben nun einmal farbenfroh, auch wenn ich persönlich mit weniger Farben zufrieden wäre, da weniger Farben weniger irritierend sind (die Fernsehwerbung ist ja prall von Farben!).
Ich bin für schlichte Farbgebung und setze aber dann auf die wenig verbliebenen Farben mehr Akzente.
Fundamentalistische christliche Bewegungen sind farbenfeindlich, setzen hingegen traditionsbewusst auf „Schwarz“ und „Weiß“, auf Dipolarität, auf Ja oder Nein, auf Himmel und Hölle und dulden zuweilen auch keine Graustufen, kein Dazwischen, keine Synthese aus Gegensätzen.
Im Leben wird der Farbfernseher abgeschafft und auf die Farbfiltereinheit „Schwarz-Weiß-Fernseher“ gepocht, aus Angst vor dem Rot der NACHTverkündenden Abendröte, aus Angst vor dem Grün des WOLLÜSTIGEN Frühlings, aus Angst vor dem Gelb der HUMORvollen Sonne.
Denn die Triebe des Menschen sind des Teufels Spielwiese („the devil’s playground“).
Angst scheint mir im Christentum die Primärmotivation zu sein, oft auch die Triebfeder missionarischer Aktivität: Angst vor Gottes Bestrafung, Angst vor der Hölle, …
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Wer sucht, der wird nicht finden, sondern wird gefunden werden und sollte es jemand da oben geben, will ich auch von diesem gefunden werden, aus Liebe zu mir und nicht aus Angst vor ihm.
| 12 Juli 2012 |
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Zwei Schülerinnen drucken ein Farbbild am PC aus, auf dem sie umarmend als gute Freundinnen mit Brust- und Kopfpartie abgebildet sind.
Eine der Schülerin: „Wir drucken uns jetzt [mit dem Drucker] ganz groß [im Querformat] aus!“
Meiner Wenigkeit (den Raum betretend und mithörend): „Ich wusste doch, dass ihr schon immer ganz groß rauskommen wolltet!“
Schülerin lächelt.
| 8 April 2012 |
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Der Sessel
Dein Thron
Die Programmkanäle
Deine Ländereien
Die Fernbedienung
Dein Szepter
RE-GIER-E!



































