Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

2 
 Januar 
 
2018


 

Die einst verstummte Nymphe Echo [1]Talbot Hughes R.O.I., P.S., 1869-1942
– nunmehr von Äon [2]Äon ist die (personifizierte) Weltzeit erhöh(r)t –


Musik
Giovanni Battista Pergolesi [3]Stabat Mater – Quelle: Amadeus Filmmusik
REBOL

Sybilles Verzeichnis
« Principi universala »

Äons Zuspruch
Des Liebschalls Beheimatung

 
Du sagst, das holde Wort auf bleichem Pergament
entatmet jede Illusion,
haucht Blütenträume gleichwie Schauerbilder?

Gewiss, nur deiner trauten Stimm‘ untrüglich Licht
im Bündel geschmeid’ger Gebärden
stiftet mir wissendes Heil.

#!/bin/bash
# bash ≙ „wiedergeborene (born again) Shell“

# die wiedererlangte Stimme der Nymphe Echo
echo "Hallo, Welt!"

# zum Arbeitsverzeichnis wechseln
cd principi.universala/.initez/

# Wertzuweisung via Datei
# Dateiname ≙ Variable als Wertspeicher
# Extension ≙ Variablentyp
# Slash/Schrägstrich ≙ Punktnotation (Structure/Record)


# 
# allgemeine Vor- und Nachsilben / Affixe, Suffixe
# 
# Phoneme
echo "$( generali/bon.sono       # Verstärkung
echo "$( generali/mal.sono       # Abschwächung
echo "$( generali/ig.sono        # Substantiv-Bildung
echo "$( generali/ig.sono        # Verb-Bildung
echo "$( generali/ig.sono        # Adjektiv-Bildung

# Grapheme
echo "bon"  > generali/bon.letero             # Verstärkung
echo "mal"  > generali/mal.letero             # Abschwächung
echo "o"    > generali/o.letero               # Substantiv-Bildung
echo "ig"   > generali/ig.letero              # Verb-Bildung
echo "a"    > generali/a.letero               # Verb-Bildung



# 
# Das Element Erde / 
# 
# Phoneme
echo "$( elementaro.tero/VOKALego.sono       # Langvokal
echo "$( elementaro.tero/VOKALeto.sono       # Kurzvokal
echo "$( elementaro.tero/KONSONANTego.sono   # Breitkonsonant
echo "$( elementaro.tero/KONSONANTeto.sono   # Spitzkonsonant
echo "$( elementaro.tero/sufikso.sono        # Nachsilbe
# Grapheme
echo "í"  > elementaro.tero/VOKALego.letero             # Langvokal
echo "i"  > elementaro.tero/VOKALeto.letero             # Kurzvokal
echo "g"  > elementaro.tero/KONSONANTego.letero         # Breitkonsonant
echo "k"  > elementaro.tero/KONSONANTeto.letero         # Spitzkonsonant
echo "is" > elementaro.tero/sufikso.letero              # Nachsilbe
echo "="  > elementaro.tero/unicode.letero        # Gleichheitszeichen

# 
# Das Element Wasser / 
# 
# Phoneme
echo "$( elementaro.akvo/VOKALego.sono       # Langvokal
echo "$( elementaro.akvo/VOKALeto.sono       # Kurzvokal
echo "$( elementaro.akvo/KONSONANTego.sono   # Breitkonsonant
echo "$( elementaro.akvo/KONSONANTeto.sono   # Spitzkonsonant
echo "$( elementaro.akvo/sufikso.sono        # Nachsilbe
# Grapheme
echo "é"  > elementaro.akvo/VOKALego.letero             # Langvokal
echo "e"  > elementaro.akvo/VOKALeto.letero             # Kurzvokal
echo "b"  > elementaro.akvo/KONSONANTego.letero         # Breitkonsonant
echo "p"  > elementaro.akvo/KONSONANTeto.letero         # Spitzkonsonant
echo "es" > elementaro.akvo/sufikso.letero              # Nachsilbe
echo "-"  > elementaro.akvo/unicode.letero        # Subtraktion

# 
# Das Element Feuer / 
# 
# Phoneme
echo "$( elementaro.fairo/VOKALego.sono      # Langvokal
echo "$( elementaro.fairo/VOKALeto.sono      # Kurzvokal
echo "$( elementaro.fairo/KONSONANTego.sono  # Breitkonsonant
echo "$( elementaro.fairo/KONSONANTeto.sono  # Spitzkonsonant
echo "$( elementaro.fairo/sufikso.sono       # Nachsilbe
# Grapheme
echo "á"   > elementaro.fairo/VOKALego.letero            # Langvokal
echo "a"   > elementaro.fairo/VOKALeto.letero            # Kurzvokal
echo "sch" > elementaro.fairo/KONSONANTego.letero        # Breitkonsonant
echo "ch"  > elementaro.fairo/KONSONANTeto.letero        # Spitzkonsonant
echo "as"  > elementaro.fairo/sufikso.letero             # Nachsilbe
echo ":"   > elementaro.fairo/unicode.letero       # Division

# 
# Das Element Holz / 
# 
# Phoneme
echo "$( elementaro.ligno/VOKALego.sono      # Langvokal
echo "$( elementaro.ligno/VOKALeto.sono      # Kurzvokal
echo "$( elementaro.ligno/KONSONANTego.sono  # Breitkonsonant
echo "$( elementaro.ligno/KONSONANTeto.sono  # Spitzkonsonant
echo "$( elementaro.ligno/sufikso.sono       # Nachsilbe
# Grapheme
echo "ó"  > elementaro.ligno/VOKALego.letero           # Langvokal
echo "o"  > elementaro.ligno/VOKALeto.letero           # Kurzvokal
echo "b"  > elementaro.ligno/KONSONANTego.letero       # Breitkonsonant
echo "p"  > elementaro.ligno/KONSONANTeto.letero       # Spitzkonsonant
echo "os" > elementaro.ligno/sufikso.letero            # Nachsilbe
echo "*"  > elementaro.ligno/unicode.letero       # Multiplikation

#
# Das Element Metall / 
#
# Phoneme
echo "$( elementaro.metalo/VOKALego.sono      # Langvokal
echo "$( elementaro.metalo/VOKALeto.sono      # Kurzvokal
echo "$( elementaro.metalo/KONSONANTego.sono  # Breitkonsonant
echo "$( elementaro.metalo/KONSONANTeto.sono  # Spitzkonsonant
echo "$( elementaro.metalo/sufikso.sono       # Nachsilbe
# Grapheme
echo "ú"  > elementaro.metalo/VOKALego.letero           # Langvokal
echo "u"  > elementaro.metalo/VOKALeto.letero           # Kurzvokal
echo "d"  > elementaro.metalo/KONSONANTego.letero       # Breitkonsonant
echo "t"  > elementaro.metalo/KONSONANTeto.letero       # Spitzkonsonant
echo "us" > elementaro.metalo/sufikso.letero            # Nachsilbe
echo "+"  > elementaro.metalo/unicode.letero       # Addition

→ zu Mnemosynes Geleit
Die Elemente

Fußnoten[+]

 
 
31 
 Mai 
 
2016


 

Weder der Götter Rachegesuch noch der Titanen Unmut ist zuweilen schmerzlicher als der Menschen Missverständnisse.

Die bevorzugte Spielwiese – oder soll ich sagen: Abenteuerspielplatz? – jener Missdeutungen ist mit zunehmender Etablierung das Internet: eine Gedankenbörse waghalsiger spekulativer Annahmen schlechthin.
Möge der digitalen Kommunikation quantitativ eine größere Informationsbandbreite eigen sein, hinsichtlich qualitativ eindeutiger und damit authentisch verwertbarer Signale ist sie der analogen weit unterlegen.

Der nüchterne AUSDRUCK „Flachbildschirm“ ist durchaus symptomatisch für die mangelnde emotionale Tiefenwirkung.

Der blanke Letter auf totem Schirm
belebet jeglich Illusion,
nährt Blütenträume gleichwie Schauerbilder.

Nur der holden Stimme untrügliches Licht
im Bündel trauter Gebärden
stiftet wissendes Heil.

Das menschliche Antlitz im Mimikspiel, die sprechbegleitenden sanft bewegungsfreudigen Gebärden, der linde Hauch subtiler Satzmelodie, all jenes scheint im Internetgewoge von einem (Mehr-/Meer-)Rauschen überlagert und kann nicht ver-mitteln, kann nicht Medium wahrer Absichten sein.
Die wilde, zuweilen aufpeitschende Gischt an der breiten Oberfläche kann den „goldenen Becher“ tiefgründiger BewegGRÜNDE (siehe auch: „Der Taucher“ (Youtube-Link) von Friedrich Schiller) nicht ans Tageslicht der Wahrheit fördern.

Trotz allem sollte dem Internet ein Herrschaftsbereich eingeräumt werden: das Reich der blanken Zahlen (Terminvereinbarungen, Überweisungen, historische Daten, … ).
Für In-halte (Meinungspositionen, (Lebens-)Konzepte) indessen ist das Internet un-tragbar.
Inhalte sollten in einem persönlichen Gespräch ausgetauscht werden.

 
 
19 
 Februar 
 
2016


 

DICHTUNG Max von Schenkendorf
LESUNG Hanns Zischler
BEREITSTELLUNG wortlover


 

Freiheit, die ich meine,
Die mein Herz erfüllt,
Komm mit deinem Scheine,
Süßes Engelbild!

Magst du nie dich zeigen
Der bedrängten Welt?
Führest deinen Reigen
Nur am Sternenzelt?

Auch bei grünen Bäumen
In dem lust’gen Wald,
Unter Blütenträumen
Ist dein Aufenthalt.

Ach! das ist ein Leben,
Wenn es weht und klingt,
Wenn dein stilles Weben
Wonnig uns durchdringt.

Wenn die Blätter rauschen,
Süßen Freundesgruß,
Wenn wir Blicke tauschen,
Liebeswort und Kuß.

Aber immer weiter
Nimmt das Herz den Lauf.
Auf der Himmelsleiter
Steigt die Sehnsucht auf.

Aus den stillen Kreisen
Kommt mein Hirtenkind,
Will der Welt beweisen,
Was es denkt und minnt.

Blüht ihm doch ein Garten,
Reift ihm doch ein Feld
Auch in jener harten
Steinerbauten Welt.

Wo sich Gottes Flamme
In ein Herz gesenkt,
Das am alten Stamme
Treu und liebend hängt;

Wo sich Männer finden,
Die für Ehr‘ und Recht
Mutig sich verbinden,
Weilt ein frei Geschlecht.

Hinter dunklen Wällen,
Hinter ehrnem Tor
Kann das Herz noch schwellen
Zu dem Licht empor;

Für die Kirchenhallen,
Für der Väter Gruft,
Für die Liebsten fallen,
Wenn die Freiheit ruft.

Das ist rechtes Glühen,
Frisch und rosenrot:
Heldenwangen blühen
Schöner auf im Tod.

Wollest auf uns lenken
Gottes Lieb‘ und Lust,
Wollest gern dich senken
In die deutsche Brust.

Freiheit, holdes Wesen,
Gläubig, kühn und zart,
Hast ja lang erlesen,
Dir die deutsche Art.

 
 
2 
 April 
 
2012

Schlagwörter

0

 
Lutz Görner lädt uns zu einer literarischen Reise ein

Tausend Dank an Lutz Görner für die Einstellung auf YouTube!
Eventuelle Kommentare zum Video-Clip bitte direkt auf YouTube!

 

 
Mailied (0:52)
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust!
O Erd, o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich
Das frische Feld
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut

Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

 

 
Prometheus (2:55)
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn.
Musst mir meine Erde
Doch lassen stehn
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonne als Euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wusste, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Aug
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klagen,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut!
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit Und das ewige Schicksal?
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich solle das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle
Knabenmorgen
Blütenträume reiften?

Hier sitze ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

 

 
Adler und Taube (5:31)
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Ein Adlersjüngling hob die Flügel
Nach Raub aus.
Ihn traf des Jägers Pfeil und schnitt
Der rechten Schwinge Sennkraft ab.
Er stürzt hinab in einen Myrtenhain,
Fraß seinen Schmerz drei Tage lang,
Und zuckt an Qual
Drei lange, lange Nächte lang.
Zuletzt heilt ihn
Allgegenwärtger Balsam
Allheilender Natur.

Er schleicht aus dem Gebüsch hervor
Und reckt die Flügel – ach!
Die Schwingkraft weggeschnitten –
Hebt sich mühsam kaum
Am Boden weg
Unwürdgem Raubbedürfnis nach,
Und ruht tieftrauernd
Auf dem niedern Fels am Bach.
Er blickt zur Eich hinauf,
Hinauf zum Himmel,
Und eine Träne füllt sein hohes Aug.

Da kommt mutwillig durch die Myrtenäste
Dahergerauscht ein Taubenpaar,
Lässt sich herab und wandelt nickend
Über goldnen Sand am Bach,
Und ruckt einander an.
Ihr rötlich Auge buhlt umher,
Erblickt den Innigtrauernden.
Der Tauber schwingt neugiergesellig sich
Zum nahen Busch und blickt
Mit Selbstgefälligkeit ihn freundlich an.
Du trauerst, liebelt er.

Sei guten Mutes, Freund
Hast du zur ruhigen Glückseligkeit
Nicht alles hier?
Kannst du dich nicht des goldnen Zweiges freun,
Der vor des Tages Glut dich schützt?
Du wandelst durch der Blumen frischen Tau,
Pflückst aus dem Überfluss
Des Waldgebüsches dir
Gelegne Speise, letzest
Den leichten Durst am Silberquell –

O Freund, das wahre Glück
Ist die Genügsamkeit,
Und die Genügsamkeit
Hat überall genug.
O Weise! sprach der Adler, und tief ernst
Versinkt er tiefer in sich selbst,
O Weisheit! Du redst wie eine Taube!

 

 
Da hatt ich einen Kerl zu Gast (8:36)
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Da hatt ich einen Kerl zu Gast,
Er war mir nicht eben zur Last.
Ich hatt just mein gewöhnlich Essen,
Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen,
Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt.
Und kaum ist mir der Kerl so satt,
Tut ihn der Teufel zum Nachbarn führen,
Über mein Essen zu räsonieren:
»Die Supp hätt können gewürzter sein.
Der Braten brauner, besser der Wein.«
Der Tausendsakerment!
Schlagt ihn tot, den Hund! es ist ein Rezensent.