Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

14 
 Juli 
 
2018


 
Ceres - Thaliotook
Die Göttin der Ernte
Ceres
[1] Bild-Quelle: Thaliatook

Hebe dein Sonnenhaupt,
du Strahlenbekränzte!

Schmücket Dionysos efeuumwunden
das Haupt seiner Lieben,
golden geflochtenen Haars
krönet der Sonnengott dich!


 

MUSIK
Felix Mendelssohn Bartholdy [2] Fingals Höhle (Auszug) – Quelle: www.yourclassical.org
Ceres‘ Geheiß [3] Wogensang

Goldsträhn durchwoge mit Lichtstreich
des Gedankenreichs Felder.

Windschmieg umschmeichle den Halm
der Erkenntnis Ähre.

Ernteschwer neige das Korn
zu des Herzens Schoße.
→ zu Mnemosynes Geleit
Eherne Welt

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22 
 März 
 
2018

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Mnemosynes Geleit

Streifzüge eines Gedankenvagabunden

 
Zwiespalt des göttlichen Wahnsinns
Friedrich Hölderlin
[1]Mündlichen Überlieferungen zufolge, dass Ernst Zimmer, bei dem der an Schizophrenie erkränkte Hölderlin in Pflege gegeben wurde, die Aufzeichnungen Hölderlins aus den Jahren des „Tübinger Turms“ in großen Mengen post mortem vernichtet haben soll. Etwa fünfzig Gedichte aus den späteren Jahren im Tübinger Turm sind überliefert. Sicher ist, dass dadurch von den zahlreichen Gedichten, die in der ersten Zeit im Tübinger Turm entstanden sind, die meisten verloren gingen. „[…] In … Continue reading

 
Aus den Aufzeichnungen
eines göttlich Wahnsinnigen


 


Vorwelt
 



⚘  Orpheus‘ Gesänge (Traum und Wirklichkeit)

Morpheus‘ Schoß
Elysions Friedensgrund

Eherne Welt
Demeters Dunkelpfade

☼  II. Apollons Günstlinge (Ideenwelt vs. Skulpturen)

Hephaistos‘ Kunstschmiede
Artefakte göttlicher Macht

Pygmalions Werkstatt
Die Modellierung des Unfassbaren

🍂  III. Ares‘ Siegeszüge (dynamisch vs. statisch)

Caissas Liebesgeschenke
Ares‘ Eroberungskünste

Skulpturen des Adamas
Naturen des menschlichen Geistes

❄  IV. Minervas Vermächtnis (Geist vs. Abbild)

Die Elemente
Das Alphabet des Geistes

Das Positionsspiel
Sprachen des Geistes

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31 
 Juli 
 
2017

Schlagwörter

0

 

Orpheus und Eurydike

 
Musik
Wolfgang Amadeus Mozart [1]Divertimento, KV 125c


[ Bemerkung zum Text ] [2] Ich distanziere mich explit zu Bezügen aus meinem privaten Umfeld, die rein zufällig wären und der Text darüberhinaus dem Jahre 2001(?) entstammt. Lediglich die Verortung im Gedichtezyklus „Mnemosynes Geleit“ war angedacht.
 
Der Götter zweierlei Wohnstätte

 
Eurydike
schmeichelnd
Lorbeerduftes Sängerhaupt,
wohl windet lieblich dir Apoll
in königskrönender Manier
grünzart schmückend den Siegeskranz.

Orpheus
zärtlich erwidernd
Gleichfalls jedoch streut Flora
blühend mit liebender Hand
ins untadlig Gemüte dir
knospenquell erstand’ne Blumenzier.

Oh schöne Seele,
vom taugenährten Lippensaum
träuft [3]rinnt dir liebwallend [4]liebschallend Göttertrank
als kristallner Perlenzauber.

Eurydike
geschmeichelt
Musenentsandter,
Beseelter auf irdischem Kreise,
wie mundet köstlich mir dein Wonnetrunk,
die holden Worte süßer Traube,
weil Bacchus‘ rege Winzerhand doch selbst
den Weinstock sorgend dir gepflanzt,
am Bergeshange des Olymp
in Ceres‘ fruchtbarestem Schoße
sanft mit mütterlicher Acht gesenkt,
wo sein goldnes Füllhorn Helios
sich lichtesschwemmend weit ergießt
und reinster Himmelsäther wolkt.

Orpheus
einstimmend
Wo freie Wurzeln
sprossend mit Lustempfinden schlagen,
munter ins Erdreich tief sich wagen,
wo heit’res Purzeln
von scharigen Blütenpollen
entlegene Pfade erspüren wollen,
labt munter sich des Haines Wild
im gleisen Dämmertaugefild’
am schilfbewachs’nen Weiher.

Dort, oh Kind der süßen Triebe,
entschwebet deinem Lotusmund
als zarter Morgenschleier
der wahren Schönheit Nebeldunst.

Eurydike
mit einem Lächeln belehrend
Drum, erhab’ne Denkerstirn,
verschmäh‘ das Zartgemüte [5]Herzensbildung nicht,
dem du auf sphärischem Geleis
im Geistesfluge kühn entschwebst!

Gleichwie der Huf des Pegasus‘
des Dichters brausen Geisterguss
entfesselnd aus dem Fels entlässt
und sprenget das steinerne Mieder,
so rauscht in Artemis‘ Garten
auch mir mein Wunderquell.

Orpheus
zuflüsternd
Fürwahr,
gemählich ziehen unser beider Ströme
durchs Paradies der einen Brust
und einen sich im Ozeane
ewiger Wonnestunden.
→ zu Mnemosynes Geleit
Morpheus‘ Schoß

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8 
 Juni 
 
2017

Schlagwörter

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19 
 Februar 
 
2017


 

Ceres und Bacchus [1]Quelle: Schönbrunner Impressionen


 
Musik
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sommernachtstraum (Ouvertüre)
Friedensgesang

Süßer denn je,
mein Liebtäubchen mit dem Ährenkranz,
durchstreifet [2]durchrinnet dein Lied mein Gemüt.

Und wie in Dämm’rungs Frühe
der nachttauschwere [3]nachttauvolle Blumenkelch
sich neigt zum Schoß der Erde
und weiterreicht den Morgentrank,
so reich‘ auch ich
dein trunken Lied dir wieder,
in deine Locke summend.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten[+]

 
 
13 
 August 
 
2011


 

Der Götter zweierlei Wohnstätte
 
Lorbeerduftes Dichterhaupt,
wohl windet lieblich dir Apollon
in königskrönender Manier
grünzart schmückend den Siegeskranz.

Gleichfalls jedoch streut Flora
blühend mit liebender Hand
ins untadlige Kindsgemüt
knospenquell erstand’ne Blumenzier.

Oh kindliche Seele,
vom taugenährten Lippensaum
rinnt dir ambrosisch Göttertrank
als kristallner Perlenzauber.

Musenentsandter,
Beseelter auf irdischem Kreise,
köstlich mundet dein Wonnetrunk,
die holde Rede praller Rebe,
weil Bacchus rege Winzerhand doch selbst
am Bergeshange des Olymp
den dürren Weinstock sorgend dir gepflanzt
in Demeters fruchtbarestem Schoße
sanft mit mütterlicher Acht gesenkt,
wo sein goldnes Füllhorn Helios
sich lichtesschwemmend weit ergießt
und reinster Himmelsäther wolkt.

Wo freie Wurzeln
keimend mit Lustempfinden schlagen,
munter ins Erdreich tief sich wagen,
wo heit’res Purzeln
von scharigen streunenden Blütenpollen
entlegene Fährten erspüren wollen,
labt munter sich des Haines Wild
im gleisen Morgentaugefild’
am schilfbewachs’nen Weiher.

Dort, oh Kind der jungen Triebe,
entschwebet deinem Lotusmund
als zarter Jungfernschleier
des Priestergeistes Nebeldunst.

Drum, erhab’ne Denkerstirn,
verschmäh’ den Kindesgeist doch nicht,
dem du auf sphärischem Geleis
im Geistesfluge kühn entschwebst.

So wie der Huf des Pegasus‘
des Dichters brausen Geisterguss
entfesselnd aus dem Felsen schlägt
und sprenget das steinerne Mieder,
so sprudelt des Kindes Herzensborn
als Quell in Artemis Garten.

Beflügelt rauscht der Silberstrom
und schlängelt sich durchs ländliche Gefild.